Berliner Chef will Beitrag der Reichen

Wegner fordert Vermögensteuer – Alleingang in der CDU?

Wegner fordert Vermögensteuer – Alleingang in der CDU?

Kai Wegner (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) plädiert für die Wiedereinführung einer Vermögensteuer. Er sieht darin einen unverzichtbaren Teil eines Maßnahmenpakets bestehend aus Steuerreform und Subventionsabbau. Deutschland benötige einen stärkeren Beitrag derestark Vermögenden, so Wegner. Zugleich müssten Steuerreformen spürbare Entlastungen für Bürger und Unternehmen bringen. Mit seiner Forderung stößt er auf Widerstand innerhalb seiner eigenen Partei.

Kurswechsel in der CDU?

Kai Wegner mischt die Debatte um die deutsche Steuerpolitik auf. Als Regierender Bürgermeister von Berlin hält er eine Wiedereinführung der Vermögensteuer für „unumgänglich“. Bei „Frühstart“ von RTL und ntv legte er am Dienstag dar, dass Deutschland ein „Gesamtpaket“ brauche. Dieses solle aus Steuerreform, einem Abbau von Subventionen und eben einem „Beitrag der Vermögenden“ bestehen.

Menschen mit „deutlich mehr Geld“ sollten im Solidarprinzip stärker zur Kasse gebeten werden. Wegner betonte jedoch zugleich die Notwendigkeit spürbarer Entlastungen bei der Steuerreform. Angesichts gestiegener Lebensmittelpreise wüssten viele Bürger nicht mehr, wie sie den Wocheneinkauf bestreiten sollen.

Leistung muss sich lohnen

Konkrete Grenzen für höhere Steuersätze nannte Wegner nicht. Er warnte jedoch eindringlich davor, Facharbeiter oder mittelständische Betriebe stärker zu belasten. „Es kann nicht sein, dass ein Facharbeiter oder der Bäckermeister den Spitzensteuersatz zahlt“, betonte er. Leistung müsse sich lohnen, so der Berliner Regierungschef. Der Fokus müsse auf Spitzeneinkommen und „Menschen mit wirklich hohen Vermögen“ liegen.

CDU-Linie in Frage gestellt

Damit positioniert sich Wegner klar gegen die bisherige Haltung seiner Partei. Die CDU lehnt eine Vermögensteuer strikt ab. Selbst CDU-Parteichef Friedrich Merz hat eine solche Abgabe immer wieder ausdrücklich zurückgewiesen. Die SPD hingegen setzt sich seit Jahren für die Wiedereinführung einer Vermögensteuer ein.

Das Aufkommen aus der Vermögensteuer liegt laut Artikel 106 des Grundgesetzes prinzipiell bei den Ländern. Erhoben wurde sie zuletzt 1997, bevor das Bundesverfassungsgericht die damalige Berechnungsmethode für verfassungswidrig erklärte.

Quelle
  • (Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt) Redaktionelle Bearbeitung: insideBW-Redaktion.

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