Wahlumfrage: CDU und Grüne liefern sich Kopf-an-Kopf-Rennen
Baden-Württemberg steht vor einer Richtungsentscheidung. Knapp zwei Wochen vor der Landtagswahl am 8. März schrumpft der Vorsprung der CDU auf einen einzigen Prozentpunkt.
In der aktuellen ARD-Vorwahlumfrage kommt die CDU auf 28 Prozent, während die Grünen mit einem Sprung auf 27 Prozent direkt dahinter liegen. Die AfD folgt mit deutlichem Abstand als dritte Kraft, verliert jedoch leicht an Boden. Für die SPD und die FDP bleibt die Lage bei einstelligen Werten angespannt, während die Linke um den Einzug in den Landtag kämpft. Das Institut infratest dimap befragte dafür in dieser Woche 1.530 Wahlberechtigte im Land.
Sonntagsfrage Landtagswahl BW
Befragungszeitraum: 23.–25.02.2026. Werte in Prozentpunkten.
Die politische Stimmung im Südwesten hat sich kurz vor dem Wahltag spürbar dynamisiert
Im Vergleich zum Januar konnten die Grünen vier Prozentpunkte gutmachen. Die CDU verlor im gleichen Zeitraum einen Punkt, hält sich aber knapp an der Spitze.
Die AfD liegt aktuell bei 18 Prozent und damit zwei Punkte niedriger als im Vormonat. Dahinter klafft eine Lücke zur SPD, die bei 7 Prozent verharrt. Die FDP verbessert sich leicht auf 6 Prozent. Die Linke liegt mit 5,5 Prozent derzeit über der parlamentarischen Hürde, verlor aber seit Januar an Zustimmung.
Warum jetzt?
Zwei Faktoren prägen die aktuelle Lage: die Popularität der Köpfe und eine grundsätzlich zufriedene Wählerschaft. 52 Prozent der Befragten äußern sich zufrieden mit der Arbeit der derzeitigen Landesregierung.
Besonders Ministerpräsident Winfried Kretschmann genießt mit 59 Prozent hohe Sympathiewerte. Sein potenzieller Nachfolger Cem Özdemir profitiert von diesem Rückhalt und überzeugt 49 Prozent der Bürger. Im Gegensatz dazu kämpft CDU-Herausforderer Manuel Hagel mit einem Bekanntheitsproblem. Jeder zweite Befragte traut sich aktuell keine Bewertung seiner Arbeit zu.
Was bedeutet das für die Wähler?
Die Umfrage zeigt eine gespaltene Erwartungshaltung für die künftige Regierung. Zwar wünschen sich mehr Menschen eine CDU-geführte Regierung, doch beim Spitzenpersonal liegt der grüne Kandidat vorn.
- Direktwahl: Bei einer fiktiven Direktwahl des Ministerpräsidenten würden 42 Prozent für Cem Özdemir stimmen, nur 21 Prozent für Manuel Hagel.
- Führungsfrage: Geht es rein um die Partei, wünschen sich 36 Prozent die CDU an der Spitze, 34 Prozent die Grünen.
- Entschlossenheit: Wichtig für alle Parteien ist, dass 14 Prozent der Wähler ihre Entscheidung noch ändern könnten.
- Mobilisierung: 18 Prozent der Befragten tendieren aktuell zur Nichtwahl oder sind noch gänzlich unentschlossen.
FAQ: Die wichtigsten Fragen
Ist das Ergebnis der Umfrage bereits eine Vorhersage für die Wahl? Nein, es handelt sich ausdrücklich um keine Prognose. Die Zahlen spiegeln lediglich die politische Stimmung in der aktuellen Woche wider.
Wie sicher sind sich die Wähler in Baden-Württemberg? Für 68 Prozent der Wahlberechtigten steht die Entscheidung bereits fest. Jeder Siebte gibt jedoch an, dass sich die Präferenz bis zum 8. März noch ändern kann.
Wer wurde für die Umfrage befragt? Infratest dimap hat im Auftrag der ARD 1.530 Wahlberechtigte in Baden-Württemberg befragt. Die Erhebung fand vom 23. bis zum 25. Februar 2026 statt.
Wie hoch ist die Fehlertoleranz der Daten? Die statistische Schwankungsbreite liegt je nach Anteilswert zwischen zwei und drei Prozentpunkten.
Wer liegt beim direkten Vergleich der Spitzenkandidaten vorn? Müssten sich die Wähler zwischen Özdemir und Hagel entscheiden, würden 43 Prozent den Grünen-Politiker wählen und 28 Prozent den CDU-Kandidaten. 29 Prozent machten keine Angabe.
Der Wahlkampf geht nun in seine entscheidende Phase, in der vor allem unentschlossene und taktische Wähler angesprochen werden sollen. Da viele Bürger ihre Entscheidung erst kurzfristig treffen, bleibt der Ausgang am 8. März ungewiss.
