Bestehende Probleme ignorieren
Verena Bentele, Präsidentin des Sozialverbands VdK, übt scharfe Kritik an Überlegungen, die Pflegeversicherung angesichts steigender Fallzahlen finanziell zu entlasten. Ihrer Ansicht nach greifen solche Pläne zu kurz. Wer jetzt allein auf die Zunahme von Pflegebedürftigkeit schaue und daraus ableite, Schwellenwerte anzuheben oder Leistungen einzuschränken, verkenne die Realität.
Frühere Erkennung ist positiv
Die gestiegene Zahl von Menschen, die auf Pflege angewiesen sind, sei auch ein Zeichen einer positiven Entwicklung. Pflegebedürftigkeit werde heute früher erkannt und gesellschaftlich besser akzeptiert. „Das ist eine positive Entwicklung, denn nur wer im System erfasst ist, kann Beratung, Prävention, Rehabilitation und Unterstützung erhalten“, betont Bentele.
Vorschläge für stabile Finanzen
Um die Finanzierung der Pflegeversicherung kurzfristig zu sichern, fordert der VdK eine Übernahme von versicherungsfremden Leistungen durch den Bund. Mittelfristig sei ein fairer Finanzausgleich zwischen der gesetzlichen und der privaten Pflegeversicherung unerlässlich. Langfristig sieht Bentele nur eine solidarische Pflegeversicherung als realistische Lösung, die alle Bürger und alle Einkommensarten einbezieht.
Gesundheitsministerin plant Reform
Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) beabsichtigt derweil, mit einer eigenen Reform die Defizite in der Pflegeversicherung zu begrenzen.




