Neue Taktik für Ost-Wahlen

AfD-Strategie an der Elbe: Radikal, aber mit Lächeln

AfD-Strategie an der Elbe: Radikal, aber mit Lächeln

Logo auf AfD-Parteitag (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Ein Politikberater sieht bei der AfD eine angepasste Strategie für die Landtagswahlen im Osten. Radikale Ziele sollen demnach von gefälligen Spitzenkandidaten präsentiert werden, um bürgerliche Wähler zu gewinnen. Diese Taktik könnte für die Partei entscheidend sein.

AfD setzt auf „Wohlfühl-Kandidaten“

Die AfD wagt im Osten eine neue Wahlkampftaktik. Politikberater Johannes Hillje identifiziert eine klare Formel: „Es gibt ein radikales Programm und geschmeidige Kandidaten.“ Für die anstehenden Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern sei dies eine neue Konstellation, sagt Hillje der „Rheinischen Post“. Anders als bei einem „Scharfmacher“ wie Björn Höcke in Thüringen, setzen die Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund (Sachsen-Anhalt) und Leif-Erik Holm (Mecklenburg-Vorpommern) auf eine andere Schiene.

Freundliches Lächeln statt „Scharfmacher“

Sie seien laut Hillje „Wohlfühl-Kandidaten“. „Die hüllen ihre radikale Politik in ein freundliches Lächeln“, so der Experte. Besonders Siegmund inszeniere sich mit seiner „demonstrativ guten Laune, Enthusiasmus und Nahbarkeit“. Als „Medienprofi“ wische er negative Berichterstattung im Netz als „Fake-News-Kampagne“ beiseite.

Anschlussfähig für die Mitte?

Die AfD-Spitze, insbesondere Alice Weidel, setze offenbar auf „Selbstverharmlosung im Ton“. Damit die Partei die 40-Prozent-Marke knacken könne, brauche es nicht nur „offen radikale Kandidaten“. Gefragt seien vielmehr jene, die „anschlussfähig“ seien, „tief in die bürgerliche Mitte“ hinein. Holm und Siegmund sollen diese „emotionale Barriere“ durchbrechen.

Quelle
  • (Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt) Redaktionelle Bearbeitung: insideBW-Redaktion.

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