Konzept für Steuerreform vorgestellt

Union prescht vor: Milliarden-Steuersenkung für alle – aber mit Haken

Ein Finanzamt (Archivbild). Foto: dts Nachrichtenagentur

In den Verhandlungen über eine Steuerreform zwischen Union und SPD bringt die Union nun konkrete Vorschläge ein. Finanzpolitiker der Union haben ein Konzept vorgelegt, das eine Entlastung aller Steuerzahler um bis zu 30 Milliarden Euro vorsieht. Kernpunkte sind eine Erhöhung des Grundfreibetrags, eine Anhebung der Spitzensteuersatzschwelle und der Wegfall des Solidaritätszuschlags. Die Gegenfinanzierung soll durch den Abbau von Subventionen und Einsparungen in der Bundesverwaltung erfolgen.

Union will alle entlasten

Die Verhandlungen zwischen Union und SPD über eine Steuerreform sind ins Stocken geraten. Nun versucht die Union, mit einem konkreten Vorschlag Bewegung in die Gespräche zu bringen. Finanzpolitiker der Unionsfraktion, Yannick Bury (CDU) und Florian Dorn (CSU), haben ein Konzept erarbeitet, das laut einem Bericht des „Handelsblatts“ alle Steuerzahler um jährlich 25 bis 30 Milliarden Euro entlasten soll.

Tarif reformieren, Spitzen entlasten

Im Kern schlagen Bury und Dorn eine Reform des Steuertarifverlaufs vor. Der Grundfreibetrag soll um mindestens 1.000 Euro angehoben werden. Der Spitzensteuersatz von 42 Prozent soll künftig erst ab einem zu versteuernden Einkommen von 85.000 Euro greifen, statt wie bisher ab rund 70.000 Euro. Ein weiterer wichtiger Punkt: Der Solidaritätszuschlag soll komplett abgeschafft werden.

Interessanterweise soll der sogenannte Reichensteuersatz von 45 auf 47,5 Prozent steigen. Allerdings wird dieser erst ab einem zu versteuernden Einkommen von 210.000 Euro angewendet. Bisher lag diese Grenze bei 277.826 Euro. Dennoch betonen die Abgeordneten, dass durch den Wegfall des Solis auch Spitzenverdiener unterm Strich entlastet werden.

Ohne höhere Belastung für andere

„Wir brauchen niemanden stärker zu belasten, um andere zu entlasten“, zitiert das „Handelsblatt“ Bury. Dorn ergänzt: „Der Grenzsteuertarif im oberen Bereich kann nur dann leicht angepasst werden, wenn auch der Solidaritätszuschlag abgeschafft wird und weiter alle Steuerzahler entlastet werden.“

Subventionen streichen, Verwaltung abspecken

Die geschätzten Steuerausfälle von bis zu 30 Milliarden Euro sollen gegenfinanziert werden. Hierfür sehen Bury und Dorn zwei Haupthebel: den Abbau von Subventionen und konsequente Einsparungen in der Bundesverwaltung. Geplant ist ein jährlicher Abbau von Finanzhilfen des Bundes um 15 Prozent über drei Jahre – eine sogenannte „Rasenmäher-Methode“. Das soll laut den Politikern 22 Milliarden Euro freisetzen. Weitere knapp acht Milliarden Euro sollen jährlich durch Einsparungen bei den Verwaltungskosten erzielt werden.

Quelle
  • (Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt) Redaktionelle Bearbeitung: insideBW-Redaktion.

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