Signal-Nutzer im Visier von Cyberangriffen

Verfassungsschutz schlägt Alarm: Phishing-Gefahr für Bundestags-Abgeordnete

Symbolbild: Bundesamt für Verfassungsschutz (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) warnt Politiker und Parteien eindringlich vor einer aktuellen Phishing-Kampagne, die den Messengerdienst Signal attackiert. Es besteht die Sorge, dass sensible Informationen aus Parlamentariergruppen abgezogen werden. Das BfV hat bereits zahlreiche prominente Betroffene registriert, geht aber von einer deutlich höheren Dunkelziffer aus.

Geheime Datenflüsse im Bundestag?

Politiker im Berliner Bundestag und angeschlossene Parteizentralen geraten ins Visier von Cyberkriminellen. Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) schlägt Alarm: Eine fortlaufende Phishing-Kampagne zielt auf Nutzer des Messengerdienstes Signal ab. Die Gefahr liegt darin, dass Angreifer offenbar nahezu unbemerkt Informationen aus Signal-Gruppen im parlamentarischen Raum abgreifen.

Hohe Dunkelziffer befürchtet

In einem dringenden Warnschreiben, das an die Fraktionschefs aller im Bundestag vertretenen Parteien versandt wurde, schildert der Inlandsgeheimdienst die bedrohliche Lage. Laut dem Bericht des „Spiegel“ sind dem BfV bereits „zahlreiche hochrangige Betroffenheiten bekannt geworden“. Angesichts der Raffinesse der Angriffe geht die Behörde jedoch von einer weitaus höheren Dunkelziffer aus.

Warnungen offenbar unterschätzt

Bereits im Februar hatten das BfV gemeinsam mit dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) vor der perfiden Masche gewarnt. Dabei melden sich Angreifer als angeblicher „Signal Support“ bei Nutzern und fordern sie zur Eingabe von Daten auf. Sogar prominente Figuren wie der ehemalige BND-Vizepräsident Arndt Freytag von Loringhoven fielen der Falle bereits zum Opfer, wie der „Spiegel“ aufdeckte.

Trotz mehrfacher Warnungen scheinen viele potenzielle Opfer die Gefahr immer noch zu unterschätzen. Das BfV appelliert daher eindringlich an die Parteien, in Zusammenarbeit mit ihren IT-Abteilungen die getroffenen Sicherheitsmaßnahmen für Mandatsträger und Parteimitglieder dringend zu überprüfen. Das BSI stellt auf seiner Website bereits detaillierte Handlungsanleitungen zur Verfügung.

Russland im Verdacht

In den vergangenen Wochen haben sich laut Informationen des „Spiegel“ bereits zahlreiche mutmaßliche Opfer bei den Behörden gemeldet – darunter nicht nur Politiker, sondern auch Journalisten. Amerikanische und niederländische Geheimdienste verdächtigen Russland, hinter der aktuellen Angriffswelle zu stecken.

Quelle
  • (Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt) Redaktionelle Bearbeitung: insideBW-Redaktion.

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