Herausforderer sieht Partei vorn

Ungarn: Péter Magyar spricht von „historischem Tag“

Ungarn: Péter Magyar spricht von „historischem Tag“

Péter Magyar, Vorsitzender der Partei Tisza, bei einer Wahlveranstaltung. (Archivbild)

Nach der Schließung der Wahllokale in Ungarn hat sich der Herausforderer von Regierungschef Viktor Orbán, Péter Magyar, optimistisch geäußert. Er sprach von einem "historischen Tag" und zeigte sich "optimistisch, aber vorsichtig". Erste Teilergebnisse der Parlamentswahl werden am Abend erwartet. Magyar wies Behauptungen der Regierungspartei Fidesz als "Wahnvorstellung" zurück und appellierte an die Geduld der Bürger.

Magyar hofft auf Wendepunkt

Péter Magyar, Vorsitzender der Partei Tisza, hat nach der Schließung der Wahllokale in Ungarn von einem „historischen Tag“ gesprochen. Die von ihm angeführte Partei, die bislang nicht im Parlament vertreten war, rechnet sich gute Chancen aus. Magyar selbst bezeichnete sich als „optimistisch, aber vorsichtig“.

Umfragen der letzten Tage sahen Tisza bereits in Führung. Behauptungen der bisherigen Regierungspartei Fidesz wertete Magyar als „Wahnvorstellung“. Er rief zur Ruhe und Geduld auf, während die ersten Teilergebnisse erwartet werden.

Drei Umfragen sehen Tisza vorn

Eine am Sonntagabend veröffentlichte Umfrage des 21 Research Center für Telex sieht Tisza mit 132 der 199 Sitze in der Nationalversammlung vorne. Damit könnte die Partei knapp eine Zweidrittelmehrheit erreichen, die für Verfassungsänderungen nötig ist. Die Fidesz-Partei von Regierungschef Viktor Orbán würde demnach deutlich verlieren und käme auf 61 Abgeordnete. Mi Hazánk Mozgalom würde fünf Sitze erhalten und eine national-ethnische Vertretung einen Sitz.

Auch eine Umfrage des Instituts Median, die in den fünf Tagen vor der Wahl durchgeführt wurde, bestätigt diesen Trend. Tisza könnte demnach 55,5 Prozent der Listenstimmen erzielen, Fidesz 37,9 Prozent.

Ungarns Wahlsystem als Hürde

Ein verlässliches Endergebnis wird erst Stunden nach Schließung der Wahllokale erwartet. Das von Viktor Orbán seit 2011 geänderte Wahlsystem erschwert eine schnelle Auswertung. 106 der 199 Mandate werden über Direktwahlen in Einerwahlkreisen vergeben. Die verbleibenden 93 Sitze werden anhand von Listenstimmen und den Stimmen der unterlegenen Direktkandidaten ermittelt.

Quelle
  • (Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt) Redaktionelle Bearbeitung: insideBW-Redaktion.

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