Schneiders Tadel für Reiches Energiepolitik

Streit um Energiewende: Umweltminister widerspricht Wirtschaftsministerin

Carsten Schneider und Katherina Reiche (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

In der Debatte um Deutschlands Energiezukunft geraten Umweltminister Carsten Schneider (SPD) und Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) aneinander. Schneider kritisiert Reichers Darstellung des Anteils erneuerbarer Energien als irreführend und warnt vor einem Abbremsen der Energiewende. Reiche hingegen sieht eine Gefährdung der Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit durch eine zu starke Fokussierung auf grüne Energie.

Zahlenstreit um Erneuerbare

Umweltminister Carsten Schneider (SPD) hat seiner Kabinettskollegin Katherina Reiche (CDU) in zentralen Fragen der Energiepolitik widersprochen. Die Aussage der Wirtschaftsministerin, erneuerbare Energien deckten erst 20 Prozent des Bruttoendenergieverbrauchs, sei zwar rechnerisch richtig, führe aber in die Irre, da sie sich nur auf den Primärenergiebedarf beziehe, monierte Schneider in einem Gastbeitrag für die FAZ. Dies sei auf den hohen Umwandlungs- und Transportverlusten durch ineffiziente Energieträger wie Kohle und Öl zurückzuführen. Schneider betonte die Effizienz von Elektroantrieben im Vergleich zu Verbrennungsmotoren.

Reiche warnt vor unsicheren Strompreisen

Zuvor hatte Reiche in der FAZ auf die geringe Quote erneuerbarer Energien am deutschen Gesamtenergieverbrauch, einschließlich Verkehr und Wärme, hingewiesen. Sie mahnte, dass die Energiewende nicht überstürzt werden dürfe und eine zu starke Konzentration auf Erneuerbare die Bezahlbarkeit und Versorgungssicherheit gefährden könne. Angesichts explodierender Strompreise warnte Reiche vor Deindustrialisierung, während Schneider von „Sicherheitsenergien“ und einer „wirtschaftlich und geopolitisch rationalen“ Energiewende sprach, durch die auch der Geldbeutel entlastet werde.

Kritik an Reiches Gesetzespaketen

Reiche wird vorgeworfen, mit drei Gesetzentwürfen – der Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG), der Kraftwerksstrategie für neue Gasanlagen und dem Netzpaket zur Ansiedlung von Erneuerbaren – die Energiewende auszubremsen. Schneider sieht darin einen Grund, an den Klimazielen festzuhalten, da die „grüne Wirtschaft ein Wachstumsmarkt“ sei, der zu Investitionen in heimische Technologien führe und Wertschöpfung generiere.

Quelle
  • (Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt) Redaktionelle Bearbeitung: insideBW-Redaktion.

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