Ifo-Institut kritisiert Weitergabe

Tankrabatt: Mehr Geld für Ölkonzerne als für Autofahrer?

Tankrabatt: Mehr Geld für Ölkonzerne als für Autofahrer?

Tankstelle in Deutschland, Symbolbild (Archiv)

Seit Anfang Mai entlastet der Staat die Autofahrer mit einem Tankrabatt. Doch die Ersparnis an den Zapfsäulen fällt geringer aus als erhofft. Das Ifo-Institut hat nun nachgerechnet. Die Ergebnisse werfen Fragen über die Effektivität der Maßnahme auf und wer wirklich davon profitiert.

Ifo sieht nur teilweise Entlastung

Der versprochene Tankrabatt kommt an den deutschen Zapfsäulen nicht vollständig an. Aktuelle Berechnungen des renommierten Ifo-Instituts zeigen deutliche Unterschiede: Beim Diesel wurden von den staatlich gewährten 17 Cent Steuersenkung pro Liter im Schnitt nur 4 Cent an die Kunden weitergegeben. Bei Superbenzin sah es besser aus, hier kamen immerhin 12 Cent an.

Diesel-Importe als Grund?

Florian Neumeier, stellvertretender Leiter des Ifo-Zentrums für Finanzwissenschaft, vermutet einen Grund für die geringere Weitergabe beim Diesel. „Deutschland importiert Diesel“, erklärt er. Der Sprit, der am vergangenen Wochenende getankt wurde, unterlag vermutlich noch der vollen Besteuerung.

Fehlgeleitete Anreize

Die Politik wollte zwar kurzfristig die Spritpreise senken. Doch Neumeier kritisiert die Anreize, die damit gesetzt werden. Angesichts der aktuellen Angebotsknappheit fördere die Maßnahme keinen geringeren Verbrauch. Im Gegenteil, sie sei wenig zielgenau: Menschen mit höherem Einkommen hätten tendenziell höhere Spritausgaben und profitierten daher stärker von der Entlastung.

Quelle
  • (Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt) Redaktionelle Bearbeitung: insideBW-Redaktion.

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