Demokratie braucht aktive Bürger
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier fordert mehr bürgerschaftliches Engagement von den Deutschen. „Unser Land braucht mehr Engagierte aus allen Lebenswelten, die mithelfen, den Zusammenhalt zu stärken und die Demokratie des Grundgesetzes zu schützen“, schreibt Steinmeier in einem Gastbeitrag für die Zeitungen der Funke-Mediengruppe.
Die liberale Demokratie lebe nicht vom Verfassungstext allein. Sie brauche selbstbewusste Bürger. Diese müssten die Werte des Grundgesetzes im täglichen Handeln leben. Menschenwürde, Freiheit und Gleichheit seien dabei zentrale Anliegen. Dies sei auch die Kernbotschaft für den Verfassungstag am 23. Mai.
Verfassungstag als „Ehrentag“
Steinmeier bekräftigte seinen Wunsch, das Jubiläum des Grundgesetzes nicht als rein formelle Veranstaltung zu begehen. Stattdessen soll es „fröhlicher und lebendiger und an vielen Orten zugleich“ gefeiert werden. Der Verfassungstag sei eine gute Gelegenheit, um Begeisterung für bürgerschaftliches Engagement zu wecken. Deshalb habe er den 23. Mai zum „Ehrentag“ im Kern erklärt.
Alle Bürger seien eingeladen, Aktionen zum Mitmachen anzubieten. Das gelte sowohl für Einzelpersonen als auch für Vereine, Unternehmen oder Kommunen.
Bedrohung von innen und außen
Der Bundespräsident beklagte, dass die liberale Demokratie von innen und außen bedroht werde. „Wir erleben, dass Extremisten Hass und Menschenfeindlichkeit verbreiten und unsere Gesellschaft zu spalten versuchen“, so Steinmeier. Zudem werde der Ton in Debatten schärfer. Meinungen würden unversöhnlich aufeinanderprallen.
Gerade in dieser Zeit sei es ein großes Glück, dass sich so viele Menschen ehrenamtlich für ein gutes Miteinander engagierten. Diese Engagierten brauchten nun Unterstützung, so Steinmeier.
