Unsicherheit über „Gesamtwirkung“
Siemens-Chef Roland Busch warnt deutlich vor den potenziellen Folgen einer Regierungsbeteiligung der Alternative für Deutschland. Im Gespräch mit dem Nachrichtenmagazin „Politico“ äußerte er seine Sorge, da die Gesamtwirkung einer solchen Konstellation, das „Komplettpaket“, nicht vorhersehbar sei.
Busch mahnt die Bundesregierung zu entschlossenem Handeln in der Wirtschaftspolitik. „Deutschland braucht wieder eine Zwei vor dem Wachstum unseres Bruttoinlandsprodukts“, forderte der Manager. Er übte Kritik an der bisherigen Bilanz der Koalition und fragte: „Welche Maßnahmen sind umgesetzt worden in einem Jahr, die diese 2 Prozent unterstützen? Und da fehlen noch einige.“ Mehrere strukturelle Maßnahmen seien nötig, ohne dass diese verwässert würden.
Auch bei der Fachkräftezuwanderung sieht Busch dringenden Handlungsbedarf. Sechs bis zwölf Monate Wartezeit auf ein Visum seien zu lang und führten dazu, dass qualifizierte Zuwanderer abwanderten. Die Dringlichkeit der Situation sei allen Beteiligten bewusst, die Zeit zum Handeln werde knapp.
Der Siemens-Chef appellierte an die Regierung, mutige und konsequente Entscheidungen zu treffen, auch wenn diese nicht jedem gefallen mögen. Im internationalen Handelskonflikt fordert Busch ein selbstbewussteres Auftreten Deutschlands, das auf schlauer Diplomatie und dem Aufzeigen eigener Stärken basiere. Es sei an der Zeit, „eine rote Linie zu ziehen“.



