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Ermittlungen nach Bahnstillstand

Schwarzwaldbahn steht still: Fahrdienstleiter mit 0,94 Promille im Stellwerk

Der Bahnverkehr auf der Schwarzwaldbahn kam am Sonntag zeitweise zum Erliegen. Im Stellwerk Gengenbach traf die Bundespolizei einen Fahrdienstleiter mit 0,94 Promille an und fand eine weiße Substanz.

Schwarzwaldbahn steht still: Fahrdienstleiter mit 0,94 Promille im Stellwerk
Symbolbild: Polizeifahrzeug in Baden-Württemberg.
Polizei BW

Fahrdienstleiter im Stellwerk nicht erreichbar

Der Bahnverkehr auf der Schwarzwaldbahn ist am Sonntagvormittag, 13. September 2026, zeitweise vollständig zum Erliegen gekommen. Auslöser war nach Angaben der Bundespolizeiinspektion Offenburg ein nicht erreichbarer Fahrdienstleiter im Stellwerk Gengenbach.

Die Notfallleitstelle alarmierte die Bundespolizei um 9.11 Uhr. Weil zunächst von einem medizinischen Notfall ausgegangen wurde, rückte auch der Rettungsdienst aus. Beim Eintreffen der Einsatzkräfte waren die Türen des Stellwerks verriegelt.

29-Jähriger lag augenscheinlich bewusstlos in einem Bett

Durch die Fenster sahen die Beamten den 29 Jahre alten Fahrdienstleiter nach Angaben der Bundespolizei augenscheinlich bewusstlos in einem Bett liegen. Er reagierte zunächst weder auf Klopfen noch auf Warnsignale des Zugfunks.

Die Feuerwehr Gengenbach wurde deshalb zur Unterstützung bei einer möglichen Türöffnung angefordert. Nach wiederholtem lautem Klopfen öffnete der Mann die Tür schließlich selbst. Der Rettungsdienst versorgte ihn zunächst medizinisch.

Atemalkoholtest ergibt 0,94 Promille

Im Stellwerk fanden die Einsatzkräfte mehrere leere Bierflaschen. Wegen des Verhaltens des Mannes führten die Beamten einen Atemalkoholtest durch. Dieser ergab laut Bundespolizei einen Wert von 0,94 Promille.

Im Geldbeutel des Fahrdienstleiters entdeckten die Beamten zudem zwei Konsumeinheiten einer weißen Substanz. Nach Darstellung der Bundespolizei gab der 29-Jährige an, dass es sich dabei um Kokain handele. Eine abschließende Bestätigung zur Zusammensetzung der Substanz enthält die Behördenmeldung nicht.

Staatsanwaltschaft ordnet Blutentnahme an

Gegen den Mann besteht der Verdacht der Gefährdung des Bahnverkehrs sowie des illegalen Besitzes von Betäubungsmitteln. Die Staatsanwaltschaft Offenburg ordnete eine Blutentnahme an. Für den Beschuldigten gilt bis zu einer rechtskräftigen Entscheidung die Unschuldsvermutung.

Welche konkreten Zugverbindungen von dem Stillstand betroffen waren und wie viele Reisende Einschränkungen hinnehmen mussten, teilte die Bundespolizei zunächst nicht mit.

Bahnverkehr gegen 10.30 Uhr wieder aufgenommen

Gegen 10.20 Uhr traf nach Behördenangaben ein Ersatz für den Fahrdienstleiter im Stellwerk ein. Rund zehn Minuten später konnte der Bahnbetrieb auf der Schwarzwaldbahn wieder aufgenommen werden.

Die Strecke verbindet unter anderem Offenburg mit Städten im Schwarzwald und der Bodenseeregion. Der Vorfall wird nun von den zuständigen Ermittlungsbehörden aufgearbeitet.

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