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Wachstumsplan für Nutzfahrzeugtechnik

Bosch will Nutzfahrzeuggeschäft bis 2035 verdoppeln – Großauftrag von Daimler Truck

Bosch will sein Geschäft mit Technik für schwere Nutzfahrzeuge bis 2035 verdoppeln. Ein langfristiger Großauftrag von Daimler Truck soll das Wachstum stützen.

Bosch will Nutzfahrzeuggeschäft bis 2035 verdoppeln – Großauftrag von Daimler Truck
Bosch präsentiert auf der IAA Transportation 2026 Technik für schwere Nutzfahrzeuge.
Bosch

Bosch setzt auf Wachstum mit schweren Nutzfahrzeugen

Bosch will den Umsatz mit Technik für schwere Nutzfahrzeuge bis Mitte der 2030er-Jahre verdoppeln. Das Unternehmen aus Baden-Württemberg beziffert das heutige Geschäftsvolumen in diesem Segment auf mehr als vier Milliarden Euro. Bis 2035 soll es sich auf Basis der erwarteten Marktentwicklung und der Nachfrage nach neuen Antriebstechnologien verdoppeln.

Die Prognose stellte Bosch am 14. September 2026 zur IAA Transportation in Hannover vor. Während die weltweite Fahrzeugproduktion im laufenden Jahr insgesamt rückläufig sein dürfte, erwartet der Konzern bei schweren Nutzfahrzeugen ein moderates Wachstum um rund ein Prozent auf etwa 3,3 Millionen Fahrzeuge. Bis Mitte der 2030er-Jahre rechnet Bosch mit rund vier Millionen Einheiten jährlich.

Langfristiger Großauftrag von Daimler Truck

Ein neuer Auftrag von Daimler Truck soll die Position von Bosch bei elektrischen Nutzfahrzeugen stärken. Bosch liefert dafür elektrische Antriebskomponenten für den eActros. Die Bauteile sollen nach Unternehmensangaben in Europa gefertigt werden; die Vereinbarung ist langfristig angelegt.

Nach Einschätzung von Bosch ist 2026 bereits jeder dritte neu zugelassene batterieelektrische Lkw in Europa mit Elektromotor und Inverter des Zulieferers ausgestattet. Weltweit könnte bis 2030 etwa jeder vierte neue schwere Lkw batterie- oder brennstoffzellenbetrieben sein. Für 2035 erwartet das Unternehmen einen Anteil von etwa der Hälfte.

Neue Technik für Sicherheit und automatisiertes Fahren

Neben elektrischen Antrieben setzt Bosch auf Brennstoffzellensysteme, Wasserstoffmotoren und effizientere Dieseltechnik. Das Unternehmen entwickelt außerdem eine neue Generation von Kamera- und Radarsensoren, die 2027 auf den Markt kommen soll. Die Systeme sollen unter anderem Fußgänger und Radfahrer zuverlässiger erkennen und Fahrerassistenzfunktionen verbessern.

Ein digitaler Rückspiegel mit integrierter Fahrerüberwachung ist laut Bosch 2026 bei zwei europäischen Herstellern in Serie gegangen. Langfristig verfolgt das Unternehmen automatisiertes Fahren nach Level 4. Damit sollen auch die Folgen des Fahrermangels in der Logistikbranche abgefedert werden.

Software wird zum Kern moderner Lkw

Für künftige Nutzfahrzeuge entwickelt Bosch zentrale Rechnerarchitekturen und Softwareplattformen. Fahrzeugfunktionen, die bislang auf viele Steuergeräte verteilt sind, sollen auf leistungsfähigen Computern zusammengeführt werden. Updates und neue Funktionen könnten dadurch über die gesamte Nutzungsdauer des Fahrzeugs digital bereitgestellt werden.

Das Nutzfahrzeuggeschäft ist Teil des Unternehmensbereichs Mobility. Dieser erzielte 2025 einen Umsatz von 55,8 Milliarden Euro und war damit der größte Bereich der Bosch-Gruppe.

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