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Quartalszahlen aus Walldorf

SAP überschreitet erstmals zehn Milliarden Euro Quartalsumsatz

SAP hat im dritten Quartal erstmals mehr als zehn Milliarden Euro Umsatz erzielt. Das Walldorfer Softwareunternehmen wächst vor allem mit Cloud-Angeboten, während klassische Lizenz- und Wartungserlöse weiter zurückgehen. Den Jahresausblick konkretisiert der Konzern am oberen Ende seiner bisherigen Spannen.

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Gebäude der SAP-Zentrale in Walldorf – Archivbild
Die SAP-Zentrale in Walldorf. Archivbild.
Foto: SAP SE

Der Walldorfer Softwarekonzern SAP hat im dritten Quartal 2026 eine neue Umsatzmarke erreicht. Die Erlöse stiegen gegenüber dem Vorjahresquartal nominal um 13 Prozent auf 10,27 Milliarden Euro. Währungsbereinigt betrug das Plus 12 Prozent. Gleichzeitig wuchs das IFRS-Betriebsergebnis um 18 Prozent.

Der Rekordwert zeigt vor allem, wie weit SAP sein Geschäftsmodell von klassischen Softwarelizenzen in Richtung Cloud-Abonnements verschoben hat. Er sagt dagegen noch nichts über zusätzliche Investitionen, Arbeitsplätze oder Steuereinnahmen am Stammsitz Walldorf aus: Der Quartalsbericht weist die Entwicklung global aus und nennt keine eigenständigen Baden-Württemberg-Zahlen.

Cloud-Auftragsbestand wächst schneller als der Gesamtumsatz

Der sogenannte Current Cloud Backlog lag zum Quartalsende bei 24,1 Milliarden Euro. Das waren nominal 28 Prozent und währungsbereinigt 26 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Gemeint sind vertraglich zugesagte Cloud-Erlöse, die SAP innerhalb der kommenden zwölf Monate erwartet. Der Wert ist deshalb ein Frühindikator für künftige Umsätze, aber weder bereits vereinnahmtes Geld noch eine Gewinnkennzahl.

Im dritten Quartal stiegen die Clouderlöse auf 6,67 Milliarden Euro. Das entspricht einem Plus von 26 Prozent beziehungsweise 25 Prozent bei konstanten Wechselkursen. Besonders stark wuchs die Cloud ERP Suite mit 29 Prozent nominal und 28 Prozent währungsbereinigt. SAP führt diese Entwicklung auf eine steigende Nachfrage nach Cloud-, Daten- und KI-Angeboten zurück.

Das alte Lizenzmodell verliert weiter an Gewicht

Die Neunmonatszahlen zeigen die Verschiebung deutlicher als der einzelne Quartalswert. Von Januar bis September nahm SAP 18,91 Milliarden Euro mit Cloud-Angeboten ein – 23 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig gingen die Erlöse mit klassischen Softwarelizenzen um 27 Prozent auf 395 Millionen Euro zurück. Die Wartungserlöse aus bestehenden Softwareverträgen sanken um acht Prozent auf 7,34 Milliarden Euro.

Damit wächst nicht einfach jeder Geschäftsbereich. Vielmehr ersetzt das wiederkehrende Cloud-Geschäft schrittweise ältere Erlösquellen. Für die Bewertung ist diese Trennung entscheidend: Ein kräftiges Cloud-Plus kann mit Rückgängen bei Lizenzen und Wartung zusammenfallen, ohne dass die Gesamtentwicklung widersprüchlich ist.

Insgesamt erzielte SAP in den ersten neun Monaten 29,70 Milliarden Euro Umsatz, zehn Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Währungsbereinigt lag das Wachstum bei zwölf Prozent.

Ergebnis und Cashflow steigen – die Marge aber nicht überall

Das IFRS-Betriebsergebnis erhöhte sich in den ersten neun Monaten um 14 Prozent auf 8,31 Milliarden Euro. Der Gewinn nach Steuern stieg um 15 Prozent auf 6,42 Milliarden Euro. Der Free Cashflow legte um elf Prozent auf 7,97 Milliarden Euro zu.

Gleichzeitig sank die IFRS-Cloud-Bruttomarge leicht um 0,4 Prozentpunkte auf 74,3 Prozent. Die operative IFRS-Marge des Gesamtkonzerns verbesserte sich dagegen um 1,2 Prozentpunkte auf 28,0 Prozent. Das zeigt: Höhere Cloud-Erlöse erhöhen nicht automatisch jede einzelne Margenkennzahl im selben Tempo. Währungseffekte, Produktmix und Kostenentwicklung beeinflussen die Werte unterschiedlich.

Die veröffentlichten Quartalszahlen sind vorläufig und nicht geprüft. SAP verwendet neben IFRS-Werten auch Non-IFRS-Kennzahlen, bei denen bestimmte Aufwendungen herausgerechnet werden. Beide Kennzahlensysteme müssen deshalb getrennt betrachtet werden.

SAP peilt bei zwei Umsatzgrößen das obere Ende an

Für das Gesamtjahr erwartet SAP die Clouderlöse nun am oberen Ende der bisherigen Spanne von 25,8 bis 26,2 Milliarden Euro bei konstanten Wechselkursen. Auch bei den Cloud- und Softwareerlösen rechnet der Konzern mit einem Wert am oberen Ende von 36,3 bis 36,8 Milliarden Euro.

Unverändert bleiben die übrigen Ziele: Das Non-IFRS-Betriebsergebnis soll währungsbereinigt 11,8 bis 12,2 Milliarden Euro erreichen, der Free Cashflow rund zehn Milliarden Euro. Die Prognose setzt nach Unternehmensangaben ein stabiles gesamtwirtschaftliches Umfeld im vierten Quartal voraus.

„Oberes Ende“ ist damit keine neue höhere Zielspanne und keine Garantie. SAP hat die Bandbreiten nicht angehoben, sondern seine Erwartung innerhalb der bestehenden Korridore präzisiert. Die nächsten vollständigen Zahlen für das Gesamtjahr will der Konzern am 28. Januar 2027 veröffentlichen.

Für Walldorf bleibt die konkrete Standortwirkung offen

Die Quartalszahlen stärken die wirtschaftliche Position eines der größten börsennotierten Unternehmen mit Hauptsitz in Baden-Württemberg. Wie viel des Wachstums auf Beschäftigung, Investitionen oder Wertschöpfung in Walldorf entfällt, lässt sich aus dem Bericht jedoch nicht ableiten. SAP veröffentlicht weder eine regionale Ergebnisrechnung noch neue Standortzusagen für Baden-Württemberg.

Belastbar ist deshalb vorerst die globale Geschäftsentwicklung: Cloud-Verträge, Umsatz, operatives Ergebnis und Cashflow wachsen, während klassische Lizenz- und Wartungserlöse an Bedeutung verlieren. Die konkrete Wirkung am Stammsitz bleibt eine offene Standortfrage.

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