Große Unterstützung für gemeinsame Rentenversicherung
Mehr als drei Viertel der Befragten – genauer gesagt 77 Prozent – sprechen sich für eine gemeinsame Rentenversicherung aus. Das Sozialstaatsradar 2026, für das 3.000 Personen befragt wurden, offenbart damit eine starke Präferenz für eine solidarische Absicherung. Diese Haltung zieht sich durch alle Altersgruppen.
Auch in der Pflege wünschen sich die Menschen eine Entlastung. Rund 60 Prozent wollen, dass die Eigenanteile begrenzt oder komplett abgeschafft werden. Diese Forderung untermauert den Wunsch nach einem stärkeren sozialen Netz, das die Bürger auch im Alter und bei Krankheit absichert.
Bereitschaft zu höheren Beiträgen
Überraschend rege ist die Bereitschaft, auch tiefer in die Tasche zu greifen. Etwa 75 Prozent der Beschäftigten gaben an, höhere Beiträge zu zahlen, wenn dies die Stabilität oder sogar eine Verbesserung der Rentenleistungen garantiere. Diese Offenheit für finanzielle Mehrleistungen zeigt, wie wichtig vielen Menschen die soziale Absicherung ist.
Besonders hervorzuheben ist die Haltung junger Arbeitnehmer. Auch die 18- bis 29-Jährigen sind bereit, mehr in die Rentenkasse einzuzahlen, solange die Renten stabil bleiben oder sogar steigen. Hier besteht also ein klarer Auftrag an die Politik, die Zukunft der Altersvorsorge zu sichern.
Ungerechtigkeit bei Gesundheits- und Pflegekosten
Die Unterschiede zwischen gesetzlicher und privater Kranken- und Pflegeversicherung werden von den meisten Deutschen als ungerecht empfunden. Fast 80 Prozent befürworten eine Bürgerversicherung, die diese Kluft verringern würde. Bemerkenswert: Auch eine Mehrheit der aktuell privat Versicherten unterstützt diese Idee.
Kontrast zur politischen Debatte
Die Umfrage legt jedoch auch eine wachsende Diskrepanz zwischen den Lebensrealitäten der Menschen und den politischen Diskussionen offen. Eine klare Mehrheit von 74 Prozent lehnt eine weitere Anhebung des gesetzlichen Rentenalters ab. Mehr als die Hälfte der Befragten glaubt sogar, den eigenen Beruf nicht bis zur früheren Regelaltersgrenze von 65 Jahren ausüben zu können.
Dies spiegelt eine verbreitete Sorge wider, dass die physischen und psychischen Belastungen im Arbeitsleben eine lange Karriere bis zum gesetzlichen Ruhestand oft unmöglich machen. Hier besteht offensichtlich Handlungsbedarf für die politische Gestaltung der Arbeitswelt und der Altersvorsorge.
