Einheitliche Ersteinschätzung und neue Zentren

Notfallreform fix: Regierung will Milliarden sparen und Versorgung verbessern

Notfallaufnahme (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Die Bundesregierung hat grünes Licht für eine umfassende Reform der Notfallversorgung gegeben. Ziel ist es, die Abläufe zu straffen, die Zusammenarbeit zu verbessern und gleichzeitig erhebliche Kosten einzusparen. Ein Kernelement ist die bundesweite Einführung einer einheitlichen telefonischen oder videogestützten Ersteinschätzung, die künftig über die Rufnummern 112 und 116117 koordiniert wird. Der Gesetzentwurf wird an diesem Mittwoch dem Bundeskabinett vorgelegt.

Neuer Anlauf nach gescheiterten Versuchen

Nach jahrelangen Diskussionen und gescheiterten Reformversuchen unter den früheren Gesundheitsministern Jens Spahn (CDU) und Karl Lauterbach (SPD) scheint die Bundesregierung unter Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) nun den Konsens gefunden zu haben. Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ berichtet, dass die Koalitionsparteien sich einig sind über die Eckpunkte des neuen Gesetzes.

Mehr Kooperation, weniger Chaos

Ein zentraler Baustein der Reform ist der geplante Aufbau flächendeckender „Integrierter Notfallzentren“. Diese sollen künftig Notaufnahmen von Krankenhäusern, Notdienstpraxen der Kassenärztlichen Vereinigungen und gemeinsame Ersteinschätzungsstellen zusammenführen. Ziel ist, dass Patienten schneller und zielgerichteter die passende Hilfe erhalten.

Auch die Zusammenarbeit zwischen stationären und ambulanten Akteuren soll deutlich enger werden. Das bisher oft fragmentierte System soll durch klare Zuständigkeiten und bessere Vernetzung abgelöst werden.

Finanzielle Anreize für Rettungsdienste

Eine weitere wesentliche Neuerung betrifft die Finanzierung der Rettungsdienste. Diese sollen künftig auch dann bezahlt werden, wenn sie keine Patiententransporte durchführen. Dies soll ihre wirtschaftliche Grundlage sichern und unabhängig von der reinen Transportleistung machen.

Millionen-Einsparungen im Fokus

Die Bundesregierung hofft, durch die Reform zwischen einer und zwei Milliarden Euro jährlich einzusparen. Die genaue Höhe der Einsparungen und die genauen Auswirkungen auf die Patientenversorgung werden sich in den kommenden Monaten zeigen. Das Kabinett muss den Entwurf nun noch verabschieden.

Quelle
  • (Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt) Redaktionelle Bearbeitung: insideBW-Redaktion.

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