Klingbeil gegen China-Busse

Nach DB-Großauftrag: Klingbeil kritisiert Kauf chinesischer E-Busse scharf

Foto: Deutsche Bahn (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) zeigt sich verärgert über die Entscheidung der Deutschen Bahn, 200 Elektrobusse vom chinesischen Hersteller BYD zu bestellen. Er fordert mehr Patriotismus bei Großaufträgen und betont die Verfügbarkeit deutscher und europäischer Alternativen auf dem Markt. Die umstrittenen Busse sollen in Ungarn gefertigt werden.

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) hat die jüngste Beschaffung der Deutschen Bahn von 200 Elektro-Überlandbussen beim chinesischen Hersteller BYD scharf kritisiert. „Dass die Deutsche Bahn entschieden hat, neben einer Großbestellung für MAN auch weitere Elektrobusse aus China zu kaufen, ärgert mich“, sagte der SPD-Vorsitzende laut einem Bericht der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Klingbeil plädiert für einen stärken „Standort-Patriotismus“ und wünscht sich, dass solche Aufträge bei entsprechenden Angeboten vorzugsweise an heimische oder europäische Hersteller vergeben werden. Er verwies auf die Existenz von „hervorragenden Elektrobusse[n]“ von deutschen Unternehmen wie Mercedes und MAN, die bereits in vielen Städten im Einsatz seien.

Hintergrund der Entscheidung

Die Kritik kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Deutsche Bahn ihre größte Bus-Bestellung in der Unternehmensgeschichte bekanntgegeben hat. Den Löwenanteil der über 3.300 neuen Busse mit Hybrid- und Elektroantrieb wird das Münchner Unternehmen MAN liefern. Dennoch wurden spezifisch 200 elektrische Überlandbusse bei BYD geordert, die fortan in Ungarn produziert werden sollen. Diese Fahrzeuge sind für die Regionalverkehrstochter DB Regio bestimmt und sollen deutschlandweit zum Einsatz kommen.