Merz sucht Schulterschluss mit neuem Ungarn-Gewinner
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat dem unerwarteten Wahlsieger in Ungarn, Péter Magyar, umgehend zu seinem Erfolg gratuliert. „Ich gratuliere dem ungarischen Wahlsieger Péter Magyar herzlich zu seinem überzeugenden Erfolg“, erklärte Merz am Sonntagabend, kurz nachdem die ersten Hochrechnungen vorlagen.
Er habe bereits mit Magyar telefoniert, um ihm seine besten Wünsche für die anstehenden Aufgaben zu übermitteln. „Wir werden kraftvoll für ein starkes, sicheres und vor allem geeintes Europa zusammenarbeiten“, so der Bundeskanzler.
Europäische Welle der Zustimmung
Merz ist nicht der Einzige, der sich bereits zu Wort gemeldet hat. Auch Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (CDU) und der EVP-Chef Manfred Weber (CSU) gratulierten Magyar. Von der Leyen betonte, Ungarn auf seinen europäischen Weg zurückzuführen und hob hervor, dass die Europäische Union dadurch stärker werde.
Macron wertete Magyars Wahlsieg als klares Zeichen der demokratischen Teilhabe und des Bekenntnisses des ungarischen Volkes zu den Werten der Europäischen Union. Weber sah darin gar das Ende einer Ära. Nach der Wahlniederlage Viktor Orbáns würden die Rechtspopulisten in Europa „ihre Identifikationsfigur“ verlieren, meinte er gegenüber dem „Spiegel“.
Orbán nach 16 Jahren abgewählt?
Die ersten Hochrechnungen des nationalen Wahlbüros zeichnen ein klares Bild: Magyars neue Partei Tisza liegt demnach klar vor der bisher regierenden Fidesz-Partei. Nach 16 Jahren an der Macht scheint Viktor Orbán abgewählt zu werden. Bei einem Auszählungsstand von fast 88 Prozent der Stimmen kann die Tisza-Partei aktuell mit 138 der 199 Sitze rechnen. Das würde ihr eine Zweidrittelmehrheit sichern, mit der die Verfassung geändert werden könnte.
Orbáns Fidesz, die zusammen mit dem Koalitionspartner KDNP bei der letzten Wahl noch 135 Sitze errang, würde demnach deutlich Federn lassen und käme aktuell auf 54 Mandate. Die rechtsextreme Mi Hazánk Mozgalom würde laut Hochrechnung sieben Sitze im Parlament erhalten.