Keine pauschalen Verbote
In der aktuellen Debatte um den Schutz von Kindern und Jugendlichen im Internet tritt der Deutsche Lehrerverband entschieden gegen pauschale Verbote von Social-Media-Plattformen für unter 14-Jährige. Laut Verbandspräsident Stefan Düll sind solche Ansätze weder praktikabel noch pädagogisch sinnvoll.
Sinnvoller statt verboten
Düll kritisierte in einem Gespräch mit der „Rheinischen Post“, dass viele gängige Altersverifikationsmethoden gegen das Prinzip der Datensparsamkeit verstoßen würden. Stattdessen plädiert der Lehrerverband für eine differenzierte Altersregelung, die EU-Standards entspricht und klare Schutzrechte für Minderjährige sowie Pflichten für die Plattformbetreiber festlegt. „Verbote, die niemand kontrolliert, werden umgangen“, mahnte Düll. Seiner Meinung nach seien der Aufbau von Medienkompetenz, Selbstkontrolle und Resilienz die wirklich schützenden Faktoren.
Digitale Bildung als Schlüssel
Die Aufgabe von Schulen sei es, Kinder zu „Digi-Tüftlern“ und „Digi-Scouts“ auszubilden und sie auf die Gefahren im digitalen Raum vorzubereiten. Auch die Eltern seien gefordert, eine Vorbildfunktion einzunehmen und ihre eigene Mediennutzung zu reflektieren. Heranwachsende müssten lernen, sich in der digitalen Welt zu behaupten und auch mit Rückschlägen umzugehen.
