Tendenz steigend bei Gas
Die durchschnittlichen Gaspreise für Verbraucher in deutschen Haushalten haben im zweiten Halbjahr 2025 leicht zugelegt. Mit 12,23 Cent je Kilowattstunde lag der Preis um 0,8 Prozent höher als im ersten Halbjahr desselben Jahres. Im Vergleich zum zweiten Halbjahr 2024 gab es jedoch einen leichten Preisnachlass von 0,4 Prozent.
Dennoch bleibt die Belastung für die Verbraucher hoch. Im Vergleich zum zweiten Halbjahr 2021, der Zeit vor dem russischen Angriff auf die Ukraine und der damit verbundenen Energiekrise, zahlen Haushalte heute 79,1 Prozent mehr für Erdgas.
Strom wird günstiger
Anders sieht die Entwicklung bei der Stromversorgung aus: Private Verbraucher zahlten im zweiten Halbjahr 2025 im Schnitt 40,55 Cent je Kilowattstunde. Das war zwar 1,6 Prozent mehr als im ersten Halbjahr, aber 1,6 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum (zweites Halbjahr 2024). Im Vergleich zu 2021 liegen die Strompreise jedoch immer noch 23,4 Prozent höher.
Abgaben und Netzentgelte treiben Preise
Treibende Kraft hinter den Entwicklungen sind die Kosten für Energiebeschaffung und Vertrieb sowie Steuern, Umlagen und Abgaben. Bei Erdgas spürten Haushalte zwar eine leichte Entlastung bei Beschaffung und Vertrieb (-0,8 Prozent zum Vorhalbjahr). Doch die Belastung durch Steuern, Umlagen und Abgaben stagnierte nicht, sondern wuchs insgesamt um 5,8 Prozent im Vergleich zum zweiten Halbjahr 2024. Hauptverantwortlich dafür waren die ab Januar 2025 erhöhte CO2-Steuer und die Gasspeicherumlage. Diese Steigerungen, zusammen mit einem Zuwachs von 19,7 Prozent bei den Netzentgelten, dämpften den leichten Rückgang der Beschaffungskosten und führten letztlich nur zu einem minimalen Minus von 0,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Auch bei Strom stiegen die Steuern, Abgaben und Umlagen deutlich an (+8,3 Prozent zum zweiten Halbjahr 2024). Hauptursachen waren die erhöhte Offshore-Netzumlage und der höhere Aufschlag für besondere Netznutzung. Dies führte dazu, dass die Energiebeschaffung und der Vertrieb für Strom zwar günstiger wurden (-8,6 Prozent zum Vorjahreszeitraum), das Gesamtpaket für private Haushalte aber dennoch 1,6 Prozent weniger kostete als im zweiten Halbjahr 2024.
Unternehmen anders betroffen
Für Nicht-Haushalte, wie Unternehmen oder Behörden, entwickelte sich die Preislandschaft je nach Verbrauch unterschiedlich. So zahlten sie für Erdgas ohne Mehrwertsteuer im zweiten Halbjahr 2025 durchschnittlich 6,18 Cent je Kilowattstunde. Das war ein Rückgang von 8,4 Prozent zum Vorhalbjahr und 2,7 Prozent zum Vorjahreszeitraum. Dennoch lagen die Preise um 33,5 Prozent höher als 2021.
Großverbraucher mit einem Jahresverbrauch über 4 Millionen Gigajoule profitierten von deutlich gesunkenen Preisen. Sie zahlten 4,52 Cent je Kilowattstunde, das sind 14,7 Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2025 und sogar 20,4 Prozent weniger als im zweiten Halbjahr 2021, wo die Preise stark angestiegen waren.
Bei Strom zahlten Nicht-Haushalte im zweiten Halbjahr 2025 im Schnitt 19,22 Cent je Kilowattstunde. Das war 0,6 Prozent günstiger als im ersten Halbjahr und 6,5 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Allerdings lag der Preis noch 15,4 Prozent über dem Niveau von 2021.
Gerade für Kleinverbraucher bei Strom gab es kaum Entlastung. Sie zahlten 32,58 Cent je Kilowattstunde und damit nur 0,7 Prozent weniger als im ersten Halbjahr. Im Vergleich zu 2021 sind die Strompreise für sie um 28,1 Prozent gestiegen. Großverbraucher zahlten dagegen 13,07 Cent je Kilowattstunde, was leicht unter dem Niveau von 2021 lag.