Boden unter den Füßen wird dünner
Die Zahlen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) zeichnen ein düsteres Bild für viele Landwirte. Im März 2026 lagen die Erzeugerpreise landwirtschaftlicher Produkte insgesamt 8,8 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats. Zwar gab es eine leichte Erholung von 2,1 Prozent gegenüber Februar 2026, doch die Vorjahrestrends bleiben besorgniserregend.
Kartoffelpreisabsturz schockiert Branche
Besonders die Preise für pflanzliche Erzeugnisse litten, insgesamt ein Minus von 8,0 Prozent im Jahresvergleich. Der Hauptgrund liegt in den dramatisch gesunkenen Preisen für Speisekartoffeln. Mit einem Rückgang von sage und schreibe 55,2 Prozent im Vergleich zum März 2025 verloren die Knollen massiv an Wert. Auch gegenüber dem Vormonat ging es für Kartoffeln weiter abwärts (-2,3 Prozent).
Auch Obst war stark betroffen und verbilligte sich um 31,2 Prozent. Tafeläpfel allein kosteten 33,0 Prozent weniger als noch im Vorjahr. Gemüse konnte sich dem Trend teilweise entziehen: Gurken (+31,9 Prozent), Salat (+20,3 Prozent) und Tomaten (+14,9 Prozent) verteuerten sich. Kohlgemüse hingegen wurde 17,3 Prozent billiger.
Milchpreis auf Talfahrt
Bei den Tieren und tierischen Erzeugnissen ging es im Jahresvergleich um 9,3 Prozent bergab. Hier macht sich vor allem der fallende Milchpreis bemerkbar. Landwirte erhielten für Milch im März 2026 satte 27,0 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Auch im Vergleich zum Vormonat gab es einen Rückgang von 0,7 Prozent.
Trotzdem: Die Preise für Tiere selbst stiegen leicht um 3,6 Prozent. Rinder brachten 13,3 Prozent mehr ein, Geflügel war 3,9 Prozent teurer – vor allem Enten und Puten. Hähnchen verzeichneten nur ein kleines Plus von 0,2 Prozent. Schlachtschweine hingegen wurden 3,6 Prozent billiger.
Getreide musste ebenfalls deutliche Preisabschläge hinnehmen (-14,2 Prozent im Jahresvergleich). Futterpflanzen verbilligten sich um 6,2 Prozent. Eine positive Ausnahme bildeten Handelsgewächse, die um 0,9 Prozent teurer wurden – die erste Steigerung seit September 2024. Auch Raps legte um 2,5 Prozent zu.
Die Teuerung bei Gemüse und bestimmten Tierarten konnte den allgemeinen Abwärtstrend bei vielen Agrarprodukten nicht wettmachen. Die Sorge vor weiter sinkenden Erzeugerpreisen dürfte bei vielen Landwirten groß sein.



