Wohlleben kritisiert Spülverhalten und Klobrillen-Angst

Bestseller-Autor warnt: So hygienisch sind Toiletten wirklich

Bestseller-Autor warnt: So hygienisch sind Toiletten wirklich

Peter Wohlleben, Bestseller-Autor, mahnt zu mehr Hygiene

Bestseller-Autor Peter Wohlleben sorgt sich um unsachgemäße Hygiene auf öffentlichen Toiletten. Sein Hauptaugenmerk liegt dabei nicht auf der oft gefürchteten Klobrille, sondern auf unsichtbaren Gefahren, die beim Spülen entstehen. Auch im Haushalt gibt es seiner Meinung nach erhebliche Verbesserungspotenziale.

Aerosol-Gefahr beim Spülen

Die Art und Weise, wie wir spülen, ist nach Ansicht des Bestseller-Autors Peter Wohlleben oft falsch und birgt eine unterschätzte Gefahr. In einem Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ erklärt Wohlleben, dass beim Spülen winzige Luftbläschen, sogenannte Aerosole, aufsteigen. Darin können sich Bakterien bis zu sechs Stunden halten und von nachfolgenden Toilettenbesuchern eingeatmet werden.

Klobrille oft überbewertet

Die Angst vor Bakterien auf der Klobrille selbst sei dagegen überzogen. „Alle ekeln sich vor der Klobrille, aber die Anzahl der Bakterien pro Quadratzentimeter ist hier erstaunlich gering“, so Wohlleben. Deutlich höhere Keimbelastungen fände man beispielsweise auf Griffen im Fitnessstudio, die bis zu 400-mal höher sein können.

Deckel zu – Keimschleuder stoppen

Die einfachste und effektivste Maßnahme gegen die Aerosol-Verbreitung ist für Wohlleben das Schließen des Klodeckels vor dem Spülgang. Dies reduziere die Belastung nach seinen Angaben um das 14-Fache. Er kritisiert scharf Toiletten ohne Deckel, wie sie oft auf Autobahnraststätten zu finden sind: „Das ist der hygienische Super-Gau.“ Im Vergleich dazu schnitten öffentliche Toiletten im Schienenverkehr, insbesondere die ICE-Toiletten, besser ab, da sie abgesaugt würden und keine Luft aufwirbelten.

Küchenschwämmchen-Desaster

Auch im heimischen Küchenbereich sieht Wohlleben dringenden Handlungsbedarf. Er rät dringend vom Gebrauch herkömmlicher Spülschwämme ab. Auf diesen finden sich laut seinen Erkenntnissen bis zu einer Milliarde Bakterien, die sich in den feuchten Poren prächtig vermehren. Selbst Seife und Spülmittel seien hier keine effektive Abhilfe, manche Bakterien würden sich sogar davon ernähren. Eine Alternative sei eine Spülbürste, die schneller trockne und in der Spülmaschine hygienisch gereinigt werden könne.

Seifenspender als Bakterien-Falle?

Kritisch äußert sich Wohlleben zudem zu Seifenspendern mit Pumpkappen. Diese saugen beim Gebrauch Luft und damit Bakterien an. Jedes Mal, wenn die Pumpe betätigt wird, könnten so erneut Keime freigesetzt werden. Seine Erkenntnisse hat Wohlleben für sein Buch „Bakterien – die heimlichen Helden“ zusammengetragen, in dem er die aktuelle Studienlage zu Mikroorganismen aufbereitet.

Quelle
  • (Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt) Redaktionelle Bearbeitung: insideBW-Redaktion.

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