Noch sind es nur wenige Tage bis zur Landtagswahl Baden-Württemberg 2026. Klar ist bereits: Das Land wird politisch neu geführt werden. Mitten im Endspurt des Wahlkampfs hat der private Radiosender Radio Regenbogen sämtliche Spitzenkandidaten der im Landtag vertretenen Parteien zu Einzelgesprächen eingeladen – nicht am Studiotisch, sondern in einem auffälligen „rosa Schaukelstuhl“.
Das Format soll klassische politische Fragen mit persönlichen Einblicken verbinden. Die Interviewreihe startet am Sonntag. Täglich ab 18 Uhr sendet Radio Regenbogen ein Gespräch im Programm. Parallel sind alle Interviews im Videoformat auf regenbogen.de abrufbar.
Wer sind die Spitzenkandidaten bei der Landtagswahl Baden-Württemberg 2026?
Bei der Landtagswahl Baden-Württemberg 2026 treten als Spitzenkandidaten unter anderem Cem Özdemir (Grüne), Manuel Hagel (CDU), Markus Frohnmaier (AfD), Andreas Stoch (SPD), Hans-Ulrich Rülke (FDP) sowie Amelie Vollmer (Die Linke) an. Sie vertreten unterschiedliche Konzepte für Wirtschaft, Energie und Mobilität im Land.
Wirtschaft und Autoindustrie im Mittelpunkt
Ein zentrales Thema der Gespräche ist die wirtschaftliche Zukunft Baden-Württembergs – insbesondere die Rolle der Automobilindustrie.
Cem Özdemir, grüner Spitzenkandidat, sagte: „Ich würde mir eine Politik wünschen, die Vorschläge nicht mehr danach bewertet, von wem sie kommen, sondern danach, ob sie gut oder schlecht sind fürs Land. Dafür stehe ich. Parteipolitik gibt’s bei mir nicht. Das gebe ich ihnen mit Brief und Siegel.“

Cem Özdemir Grüne-Spitzenkandidat
CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel betonte die Bedeutung des Industriestandorts: „Wir müssen Autoland bleiben. Für unseren Wohlstand ist das sehr essentiell, weil das zum industriellen Herz unseres Landes gehört.“ Eine CDU-geführte Landesregierung wolle sich stark dafür einsetzen, dass das Verbrennerverbot vom Tisch komme. Entscheidend sei, „dass es in Baden-Württemberg gebaut wird“, unabhängig von der Antriebsart.

Manuel Hagel CDU-Spitzenkandidat
Markus Frohnmaier (AfD) sprach von einem „Dickicht an Bürokratie“, das beseitigt werden müsse. Zudem forderte er eine „nachhaltige Strominfrastruktur mit Energieträgern, die konventionell sind“.

Markus Frohnmaier AfD-Spitzenkandidat
Auch SPD-Spitzenkandidat Andreas Stoch setzt auf Bürokratieabbau. Gleichzeitig stellte er den Fachkräftemangel in den Mittelpunkt: „Gerade in den schwierigen Branchen, wie beim Automobil, müssen wir wieder versuchen, den Innovationsvorsprung zu erreichen.“ Politik könne das unterstützen, indem Hochschulen enger mit der Wirtschaft vernetzt würden.

Andreas Stoch SPD-Spitzenkandidat
FDP-Spitzenkandidat Hans-Ulrich Rülke sagte: „Ich will nicht, dass Stuttgart das Detroit des 21. Jahrhunderts wird.“ Er sprach sich für eine „technologieoffene Politik“ aus, um Arbeitsplätze in der Auto- und Zuliefererindustrie zu sichern.

Hans-Ulrich Rülke FDP-Spitzenkandidat
Amelie Vollmer von der Linken verfolgt einen anderen Ansatz. Sie plädiert für einen „sozial-ökologischen Umbau“ der Wirtschaft und eine stärkere Ausrichtung auf nachhaltige Mobilität, um langfristig klimapolitisch verantwortungsvoll zu handeln.

Interview mit einer jungen Frau über das Thema ‚THE LÄND 2026‘.
Politik trifft Alltags-Check
Neben klassischen Wahlkampfthemen geht es im Interviewformat auch um Alltagsfragen: Wie gut verstehen die Kandidaten die Generation Z? Wissen sie, was ein Wocheneinkauf kostet? Und wie treffen sie Entscheidungen unter Zeitdruck?
Das Setting im „rosa Schaukelstuhl“ soll laut Sender einen Perspektivwechsel ermöglichen. Klare politische Fragen treffen auf persönlichere Aspekte. Ob das Format Einfluss auf unentschlossene Wähler hat, wird sich erst am Wahltag zeigen.
Wahlumfrage: CDU und Grüne liefern sich Kopf-an-Kopf-Rennen
Knapp zwei Wochen vor der Landtagswahl am 8. März schrumpft der Vorsprung der CDU auf einen einzigen Prozentpunkt.
In der aktuellen ARD-Vorwahlumfrage kommt die CDU auf 28 Prozent, während die Grünen mit einem Sprung auf 27 Prozent direkt dahinter liegen. Die AfD folgt mit deutlichem Abstand als dritte Kraft, verliert jedoch leicht an Boden. Für die SPD und die FDP bleibt die Lage bei einstelligen Werten angespannt, während die Linke um den Einzug in den Landtag kämpft. Das Institut infratest dimap befragte dafür in dieser Woche 1.530 Wahlberechtigte im Land.
Sonntagsfrage Landtagswahl BW
Befragungszeitraum: 23.–25.02.2026. Werte in Prozentpunkten.
Fest steht: Im Endspurt des Wahlkampfs rücken die Unterschiede zwischen den Parteien noch einmal deutlich in den Fokus.


