JU-Chef attackiert Gewerkschafter
Die Bühne des DGB-Kongresses in Berlin wurde am Dienstag zum Schauplatz heftiger Auseinandersetzungen. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) stieß mit seiner Rede über Einschnitte im Sozialstaat und die Notwendigkeit von Reformen auf lautstarken Widerstand der Anwesenden. Buhrufe und Gelächter begleiteten weite Teile seiner Ausführungen.
Unter den Kritikern der Gewerkschaftsreaktionen ist Johannes Winkel, der Vorsitzende der Jungen Union. Er bezeichnete die Lautstärke und die Protestmittel der DGB-Funktionäre als „hysterisch“ und „beschämend“. Im Gespräch mit der „Rheinischen Post“ betonte Winkel, dass der Kanzler einen fairen Dialog gesucht habe.
Merz wirbt um Unterstützung für Sozialstaats-Reform
Merz hatte in seiner rund halbstündigen Rede um Unterstützung für einen gemeinsamen Kraftakt mit Wirtschaft und Gewerkschaften geworben, um den Sozialstaat zukunftsfähig zu machen. Er sprach von notwendigen, aber im Verhältnis zur bestehenden sozialen Sicherheit „nicht zu großen“ Veränderungen. Gleichzeitig warnte er vor den Folgen eines jahrelangen Reformstaus.
Besonders die Formulierung, die notwendigen Veränderungen seien „eigentlich nicht zu groß“, sorgte bei den Delegierten für Unmut und Gelächter. Auch die Beteuerung Merz‘, dass seine Reformpläne „keine Bösartigkeit“ seien, wurde mit Spott quittiert.




