Appell gegen das Vergessen
Albrecht Weinberg hat die Schrecken des NS-Regimes am eigenen Leib erfahren. Er überlebte drei Konzentrationslager, darunter Auschwitz, durchlebte Todesmärsche und gelangte schließlich entkräftet nach Bergen-Belsen. Nach seiner Rückkehr aus New York nach Ostfriesland widmete er sich fast 14 Jahre lang dem Gedenken und der Aufklärung. Seine bewegenden Berichte in Schulen wandten sich gegen das Vergessen und stärkten das Bewusstsein für die Gefahren von Antisemitismus und Demokratiefeindlichkeit.
Bundespräsident Steinmeier kondoliert
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat den Tod Weinbergs tief betroffen kommentiert. Er würdigte dessen „unermüdlichen Einsatz für Freiheit und Demokratie“ und die „Versöhnung“, die er Deutschland geschenkt habe. Steinmeier erinnerte an einen gemeinsamen Besuch in der Gedenkstätte Bergen-Belsen, der ihn tief bewegt habe. Die Lebensgeschichte Weinbergs sei eine eindringliche Mahnung für heutige und zukünftige Generationen.
Symbol für Demokratie
Besonders die Entscheidung Weinbergs, sein Bundesverdienstkreuz zurückzugeben, beleuchtete Steinmeier. Diese schmerzhafte Geste sei eine Aufforderung gewesen, sich „mit aller Kraft für unsere Demokratie einzusetzen“. Weinberg hinterlässt eine Verpflichtung, die jüdische Gemeinschaft zu schützen und die Demokratie zu verteidigen. Dies sei gerade in Zeiten zunehmenden Antisemitismus und unter Druck stehender demokratischer Strukturen von immenser Bedeutung.



