Streit um Bundes-Cloud
Die Weichen schienen gestellt. Die Bundesregierung wollte den Auftrag für eine souveräne Cloud-Lösung für die deutsche Verwaltung an die deutschen Technologiekonzerne SAP und Deutsche Telekom vergeben. Doch nun droht die geplante, millionenschwere Initiative ins Stocken zu geraten.
Ein Konsortium, in dem auch der Internetriese Google vertreten ist, hat laut einem Bericht der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ in letzter Minute Beschwerde gegen die Entscheidung eingelegt. Die Hintergründe sind noch unklar, aber die Konsequenzen sind es nicht: Die Digitalisierungsbemühungen von Datenschutzminister Karsten (CDU) erhalten einen Dämpfer.
250 Millionen Euro auf dem Spiel
Das Auftragsvolumen summiert sich über die nächsten vier Jahre auf rund 250 Millionen Euro. Neben SAP und Telekom sollen auch die Unternehmen SVA und Schwarz Digits von dem Großauftrag profitieren. Die doppelte Vergabe war angelegt, um Abhängigkeiten zu vermeiden und das System durch Redundanzen abzusichern.
Bisher hinkt die Digitalisierung der deutschen Verwaltung hinterher. Daten und digitale Angebote werden oft getrennt verwaltet, teilweise sogar auf eigenen Servern statt in professionellen Cloud-Lösungen. Wildberger strebte eine Vereinheitlichung an, um die Verwaltung sicherer und unabhängiger von globalen Verwerfungen aufzustellen.
Auf Anfrage wollten weder Google noch weitere Beteiligte wie Adesso oder das Bundesdigitalministerium einen Kommentar abgeben. Google verwies darauf, „nicht als Akteur beteiligt zu sein“ und ließ offen, welche Rolle der Geschäftspartner einnimmt.

