Insolvenzwelle erreicht neuen Gipfel
Der April 2024 markiert einen erneuten Tiefpunkt für deutsche Unternehmen. Insgesamt 1.776 Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften wurden verzeichnet. Das sind drei Prozent mehr als im Vormonat und ein kräftiges Plus von zehn Prozent im Vergleich zum April des Vorjahres. Besonders alarmierend ist der Blick in die Vergangenheit: Die aktuelle Insolvenzrate übertrifft die durchschnittlichen Aprilwerte der Jahre 2016 bis 2019, also die Zeit vor der Corona-Pandemie, um satte 82 Prozent.
Die Zahl der gescheiterten Unternehmen im April ist die höchste seit Juni 2005. Damals lag die Zahl bei 1.859. Steffen Müller vom IWH rechnet damit, dass dieser Trend bis mindestens Juli anhalten wird. „Mit sehr hohen Insolvenzzahlen ist zu rechnen“, so Müllers Prognose.
Hotels und Immobilien besonders betroffen
Besonders hart trifft es die Gastronomie und das Hotelgewerbe. Aber auch im Grundstücks- und Wohnungswesen sind neue Höchstwerte bei den Insolvenzen erreicht worden. Handel und Dienstleister verfehlen solche Rekorde nur knapp.
Regionale Hotspots der Insolvenzen sind Berlin und Bayern. In der Hauptstadt sorgt eine ungewöhnlich hohe Zahl von Hotelpleiten für den traurigen Spitzenwert.
Jobs auf dem Spiel
Auch die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt sind gewaltig. In den größten 10 Prozent der insolventen Unternehmen waren im April rund 20.000 Arbeitsplätze betroffen. Das ist ein Anstieg von 43 Prozent gegenüber dem März und 39 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Verglichen mit dem April-Durchschnitt der Vor-Corona-Jahre hat sich die Zahl der betroffenen Jobs sogar mehr als verdoppelt (plus 112 Prozent).
Zwei Großinsolvenzen im Handel trugen mit insgesamt rund 6.000 betroffenen Stellen maßgeblich zu dieser hohen Zahl bei.



