Grenzübergreifender Zugriff in Lörrach

Festnahme nach Schockanruf 21-Jähriger will Kaution kassieren – Polizei greift zu

Ein Polizeifahrzeug der deutschen Polizei mit eingeschaltetem Blaulicht, aufgenommen von vorne bei Abenddämmerung. Im Fahrzeug sind zwei Polizisten erkennbar, während ein leuchtendes Display mit der Schrift "POLIZEI" hinter der Windschutzscheibe sichtbar ist.
Foto: Foto: Polizei BW

Dreiste Masche, schneller Zugriff: Nach einem sogenannten Schockanruf haben Ermittler am 1. April 2025 in Lörrach einen 21-jährigen Tatverdächtigen festgenommen. Der junge Mann soll als „Abholer“ für eine Betrugsbande agiert haben – und wollte von einem 72-jährigen Opfer aus Basel eine Kaution von 71.000 Franken entgegennehmen.

Die Festnahme war das Ergebnis einer grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zwischen der Kantonspolizei Basel-Stadt, der Staatsanwaltschaft Basel-Stadt, der Kriminalpolizei sowie dem Polizeipräsidium Freiburg.

Rentner durchschaut den Trick – Polizei greift ein

Der Betrüger hatte sich beim 72-jährigen Basler als Staatsanwalt ausgegeben und behauptet, dessen Tochter habe einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht. Um sie vor einer angeblichen Haft zu bewahren, sei eine Kaution fällig – ein typisches Vorgehen bei sogenannten Schockanrufen.

Doch das Opfer wurde misstrauisch – und spielte mit. Dank seiner Aufmerksamkeit sowie der guten Zusammenarbeit mit seiner Bank und den alarmierten Polizeibehörden konnte der angebliche Geldabholer bei der geplanten Übergabe in Lörrach direkt festgenommen werden.

Schmuck und Goldmünzen im Auto entdeckt

Bei der Durchsuchung des Fahrzeugs des 21-Jährigen machten die Ermittler einen weiteren Fund: Goldmünzen und Schmuck im Wert von rund 20.000 Euro. Es besteht der Verdacht, dass diese aus einem weiteren Schockanruf im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald am selben Tag stammen.

Der Mann sitzt seit dem 2. April 2025 in Untersuchungshaft. Der zuständige Haftrichter am Amtsgericht Lörrach erließ auf Antrag der Staatsanwaltschaft Haftbefehl.

Polizei warnt eindringlich vor Telefonbetrügern

Schockanrufe gehören zu den häufigsten Betrugsmaschen am Telefon. Die Täter geben sich als Polizisten, Staatsanwälte oder Sicherheitsbeamte aus und versuchen mit dramatischen Lügen, Emotionen und Ängste der Opfer auszunutzen.

Dabei nutzen sie häufig gefälschte Telefonnummern, die auf dem Display wie offizielle Amtsnummern erscheinen – etwa von Polizei oder Behörden.

Die Polizei betont:
„Die Polizei fordert niemals dazu auf, Geld abzuheben oder Wertgegenstände zu übergeben.“

Im Zweifel gilt: Sofort über den Notruf 110 (Deutschland) oder 117 (Schweiz) die echte Polizei kontaktieren!

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