Mehrere Länder stellen sich quer

EU-Plan zur Firmenwagen-Elektrifizierung stark gefährdet

Blick auf ein offenes Auto mit futuristischer Beleuchtung in einer Werkstatt.

Archivbild: Elektroautos im Werk. Die Elektrifizierung von Firmenflotten in der EU steht auf der Kippe.

Ein zentrales Klimavorhaben der EU-Kommission zur schnelleren Elektrifizierung von Unternehmensflotten droht zu scheitern. Trotz der Dringlichkeit für die Verkehrswende formiert sich im Europäischen Rat Widerstand. Angeführt von Polen, lehnen mehrere Mitgliedstaaten die verbindlichen Vorgaben ab und fordern stattdessen Anreize.

Kurskorrektur ungewiss

Ein ambitionierter Plan der EU-Kommission, die Elektrifizierung von Unternehmensflotten massiv voranzutreiben, steht offenbar vor dem Aus. Berichten zufolge zeichnet sich im Europäischen Rat keine Mehrheit für den Vorschlag ab. Diplomaten- und Industriekreise bestätigen gegenüber dem „Handelsblatt“, dass der Plan „auf der Kippe“ stehe.

Koalition gegen den Pakt

Polen hat sich an die Spitze einer wachsenden Koalition von Mitgliedstaaten gestellt, die dem Vorhaben kritisch gegenüberstehen. Gemeinsam mit Partnern wie Italien, Tschechien, Rumänien, Griechenland und der Slowakei wird nun auf Alternativen gedrängt. Die geforderte Richtung geht weg von verbindlichen Verpflichtungen, hin zu einem System von Anreizen und einer Reduzierung der Bürokratie. Sorgen bereiten insbesondere die möglichen Auswirkungen auf kleine und mittlere Unternehmen, die Schwierigkeiten bei der Umstellung befürchten.

Deutschland bremst

Die Haltung Deutschlands spielt dabei eine Schlüsselrolle. Mit der klaren Absage der Bundesregierung wird eine qualifizierte Mehrheit für den Plan nun als kaum noch erreichbar eingeschätzt. Insider spekulieren bereits, dass die amtierende Ratspräsidentschaft das Dossier mangels Aussicht auf Erfolg von der Tagesordnung nehmen könnte. Dies würde ein wichtiges Ziel zur Dekarbonisierung des Verkehrssektors vorerst auf Eis legen.

Verkehrswende unter Druck

Die Initiative zur Dekarbonisierung von Firmenflotten war ein zentraler Bestandteil eines breiteren Kompromissvorschlags der EU-Kommission. Dieser beinhaltete auch eine Lockerung der Flottengrenzwerte für Hersteller, um das geplante Aus für Verbrennungsmotoren bis 2035 zu erleichtern. Firmenfahrzeuge machen einen erheblichen Teil der Neuzulassungen in der EU aus – rund 60 Prozent. Sie gelten daher als entscheidender Hebel für die angestrebte Verkehrswende.

Quelle
  • (Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt) Redaktionelle Bearbeitung: insideBW-Redaktion.

Methodik-Hinweis:
insideBW prüft Informationen nach redaktionellen Standards. Wie wir arbeiten? Mehr dazu: Quellen & Methodik .

[taxopress_relatedposts id="1"]