Produktion bricht ein

Energiekrise schlägt Kerneien hart

Energiekrise schlägt Kerneien hart

Ein Hochofen in Deutschland (Archivbild), via dts Nachrichtenagentur

Die deutsche Industrie ächzt unter den gestiegenen Energiekosten. Besonders die energieintensiven Branchen verzeichnen seit Beginn des Ukraine-Kriegs drastische Produktionsrückgänge. Das Statistische Bundesamt meldet teils zweistellige Minuszahlen und sinkende Beschäftigungszahlen, während die Mineralölverarbeitung gegen den Trend profitiert.

Tiefe Einschnitte in der Industrie

Die Folgen der Energiepreisschocks sind in der deutschen Wirtschaft deutlich spürbar. Vor allem Branchen, die viel Strom und Gas benötigen, leiden massiv. Von Februar 2022, dem Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine, bis März 2026 ist die Produktion in diesen Sektoren um durchschnittlich 15,2 Prozent gesunken. Das ist deutlich mehr als im gesamten Verarbeitenden Gewerbe, wo die Produktion um 9,5 Prozent zurückging, wie das Statistische Bundesamt Destatis am Freitag mitteilte.

Glas, Keramik und Papier besonders betroffen

Am stärksten hat es die Herstellung von Glas, Glaswaren und Keramik sowie die Verarbeitung von Steinen und Erden getroffen. Hier ging die Produktion im Vergleich zum Februar 2022 um 25 Prozent zurück. Auch die Papierindustrie verzeichnete ein Minus von 18,5 Prozent, die chemische Industrie 18,1 Prozent.

Ölindustrie trotzt dem Trend

Eine bemerkenswerte Ausnahme bildet die Mineralölverarbeitung. Diese Branche verzeichnete seit Januar 2026 deutliche Zuwächse und steigerte ihre Produktion bis März 2026 sogar um 24,6 Prozent.

Stellenabbau als Folge

Parallel zum Produktionsrückgang schrumpft auch die Belegschaft in vielen energieintensiven Industrien. Im März 2026 waren dort noch 794.400 Menschen beschäftigt, das sind 6,3 Prozent weniger als noch im Februar 2022. Die Papierindustrie verzeichnete den größten relativen Rückgang (-8,6 Prozent).

Energiehunger als Schwachstelle

Diese Branchen sind laut Destatis für einen enormen Teil des industriellen Energieverbrauchs verantwortlich. Im Jahr 2024 entfielen rund 75,6 Prozent des gesamten Energieverbrauchs der Industrie auf diese Sektoren. Die chemische Industrie war der größte Einzelverbraucher, gefolgt von der Metallerzeugung und der Mineralölverarbeitung.

Quelle
  • (Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt) Redaktionelle Bearbeitung: insideBW-Redaktion.

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