Keine Kompromisse?
Uschi Glas blickt mit Enttäuschung auf verpasste Chancen beim seinerzeit prägenden „Jungen Deutschen Film“ rund um Regisseure wie Rainer Werner Fassbinder, Wim Wenders und Werner Herzog zurück. Trotz des immensen Erfolgs ihres Films „Zur Sache, Schätzchen“, einem Publikumshit der 68er-Bewegung, fühlte sich die Schauspielerin systematisch außen vor gelassen.
Politische Haltung als Ausgrenzungsgrund
Glas nennt gegenüber der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ ihre Haltung als Grund für die Ablehnung. Sie habe sich „von niemandem vereinnahmen lassen“, weder von linker Seite noch von anderen politischen Lagern. „Ich habe zu denen gesagt, dass ich mir weder ein Arafat-Tuch umwickle noch den Kommunismus oder die DDR bejuble. Damit war ich draußen. Das haben die mir ausdrücklich so gesagt.“
Gefühlte Erpressung
Dieser Druck habe sich für sie damals wie eine Nötigung angefühlt. „Ich hätte meine Seele nicht verkaufen können. Ich fühlte mich wirklich erpresst.“ Obwohl sie die fehlenden Rollen im Arthouse-Kino hinnehmen musste, überraschte sie die Konsequenz der Regisseure. Sie habe angenommen, man werde sie trotz ihrer Haltung wieder für Projekte gewinnen, gerade nach dem Erfolg von „Zur Sache, Schätzchen“.
Fokus auf Unterhaltung
In der Folge konzentrierte sich Uschi Glas auf kommerzielle Unterhaltungsfilme. Sie erklärte: „Ich wollte immer gute Filme machen, interessante Rollen spielen. Aber ich habe meinen Beruf nie zur Selbstverwirklichung ausgeübt. Das war auch mein Einkommen.“ Statt Arthouse-Produktionen drehte sie Filme, die sie als „Opas Kino“ bezeichnete – Paukerfilme und Komödien, die beim Publikum gut ankamen.
Echo der Vergangenheit
Die heutige gesellschaftliche Debatte über die Meinungsfreiheit erinnert Uschi Glas stark an die damalige Zeit. „Was im Moment politisch los ist, ist mir überhaupt nicht fremd. Vieles davon erinnert mich an die 68er.“





