Weltherrschaft der Viren? Eher nicht.
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken hat am Sonntag eine beunruhigende Nachricht relativiert: Die Gefahr einer weltweiten Ebola-Pandemie sei „nahezu ausgeschlossen“. Diese Einschätzung gab sie im „Bericht aus Berlin“ des ARD-Hauptstadtstudios bekannt.
Lokaler Ausbruch, nicht globale Flut
Anlass für ihre Worte sind die aktuellen Ebola-Ausbrüche in der Demokratischen Republik Kongo und in Uganda. Die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ausgerufene internationale Gesundheitsnotlage sei laut Warken primär als Hilfsmaßnahme für die Behörden vor Ort zu verstehen. Ziel sei es, die Kommunikation zu erleichtern und die notwendigen Eindämmungsmaßnahmen besser zu koordinieren. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auch auf einem bevorstehenden Großereignis mit bis zu zwei Millionen Teilnehmern in der Region.
Ein neuer, tückischer Stamm
Zusätzlich erschwert wird die Situation durch die Zirkulation eines Ebola-Stammes, gegen den derzeit weder Impfstoffe noch antivirale Medikamente zur Verfügung stehen. Dennoch bleibt Warken optimistisch.
Deutschland auf sicherer Seite
Für Deutschland sieht die Ministerin derzeit keinen unmittelbaren Handlungsbedarf. „Das Risiko für die deutsche Bevölkerung ist als äußerst gering einzuschätzen“, betonte sie. Konkrete Hilfsanfragen aus den betroffenen Ländern lägen bislang nicht vor. Falls doch Bedarf entsteht, könnte Deutschland jedoch über das Robert-Koch-Institut Expertise in der Tropenmedizin anbieten.
Globale Lehren aus Krisen
Parallel dazu laufen in Genf Gespräche zur Verbesserung internationaler Reaktionen auf Krankheitsausbrüche. Ein wichtiges Thema dabei ist die Beschleunigung der Impfstoffentwicklung und die Anpassung von Regelungen im Rahmen des WHO-Pandemieabkommens.



