Radtke fordert optimistische Zukunftsperspektive

CDU-Sozialflügelschef warnt Spahn vor „Untergangs-Erzählung“ à la AfD

CDU-Sozialflügelschef warnt Spahn vor „Untergangs-Erzählung“ à la AfD

Dennis Radtke, Vorsitzender des CDU-Sozialflügels (Archivbild). via dts Nachrichtenagentur

Dennis Radtke, Chef des CDU-Sozialflügels, hat Unionsfraktionschef Jens Spahn vor einer Rhetorik gewarnt, die dem Untergang Deutschlands das Wort redet. Solche "Endzeitstimmung" nutze der AfD, so Radtke. Stattdem gelte es, eine "christdemokratische Zukunftserzählung" zu formulieren und die komplexen Ursachen für die politische Lage anzugehen.

„Fatal“: Radtke kritisiert Spahns Negativ-Analyse

Der Vorsitzende des CDU-Sozialflügels, Dennis Radtke, hat Unionsfraktionschef Jens Spahn (CDU) scharf kritisiert. Spahns Äußerung in der Sendung „Caren Miosga“, die schwarz-rote Koalition verwalte momentan „weitestgehend den Niedergang“, sei „fatal“. Dies sagte Radtke dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (RND) in den Mittwochausgaben.

Hoffnung statt Untergangsstimmung

„Die Menschen wollen Lösungen, Führung und Orientierung“, betonte Radtke. Die AfD profitiere als „Untergangs-Apologet“ von der aktuellen Endzeitstimmung. „Diese Narrative dürfen wir nicht übernehmen, sondern müssen ihnen eine christdemokratische Zukunftserzählung entgegensetzen“, so der Chef der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA). Spahns Satz vom „Niedergang“ passe zudem nicht zu einem „Macher wie ihm“.

Komplexe Ursachen für schlechte Umfragen

Die Gründe für die schlechten Umfragewerte der Union seien deutlich komplexer. „Es gab bei vielen den Irrglauben, wir müssten nur Migration und Bürgergeld in den Griff bekommen, und schon drängen wir die AfD zurück“, sagte Radtke. Migration sei vielmehr zu einer „Projektionsfläche“ für alle Probleme in Deutschland geworden. Hinzu kämen nicht eingehaltene Versprechen aus dem Wahlkampf.

Kritik an „Phantomdebatte“ Söder

Bezüglich der Forderung von CSU-Chef Markus Söder nach einer Reform des Kündigungsschutzes sprach Radtke von einer „Phantomdebatte“. Im Gespräch mit Unternehmern habe er nicht den Eindruck gewonnen, dass der Kündigungsschutz ein „Riesenthema“ darstelle. Energiekosten, sichere Lieferketten, Fachkräftemangel und Bürokratie seien hier deutlich dringlicher.

„Von allen guten Geistern verlassen“?

Radtke schloss mit einem pointierten Vergleich: „Früher galt als Orientierungspunkt in der Union: von guten Mächten wunderbar geborgen.“ Heute habe er „manchmal bei einigen Vorschlägen und Debatten eher das Gefühl, dass man stattdessen von allen guten Geistern verlassen ist“.

Quelle
  • (Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt) Redaktionelle Bearbeitung: insideBW-Redaktion.

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