Peter sieht Verhandlungsrückstand

BMW-Chef fordert EU-Action im US-Zollstreit

BMW-Chef fordert EU-Action im US-Zollstreit

BMW-Logo (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

BMW-Aufsichtsratschef Nicolas Peter kritisiert die Europäische Union im Handelskonflikt mit den USA. Er fordert die zügige Umsetzung von Abkommen und sieht die EU in der Verantwortung, damit einseitige Zollerleichterungen durch die USA vermieden werden. Gleichzeitig äußert er sich zur Elektromobilität – und zeigt sich skeptisch, was die aktuelle Energiekrise als Treiber angeht.

EU soll eigenen Teil erfüllen

Der Zollkonflikt mit den USA erfordert aus Sicht von BMW-Aufsichtsratschef Nicolas Peter mehr Engagement der Europäischen Union. „Die EU muss endlich ihren Teil der Abmachungen umsetzen“, sagte Peter der Wochenzeitung „Die Zeit“. Er betonte, dass zwischen den USA und der EU mehr Gemeinsamkeiten bestünden, als öffentliche Debatten derzeit vermuten ließen. Daher sollten sich beide Seiten auf eine schnelle Ratifizierung des Handelsabkommens einigen.

Hintergrund ist die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, die Zölle auf aus Europa importierte Autos von 15 auf 25 Prozent zu erhöhen. Trump begründete diesen Schritt damit, dass die EU ihren Verpflichtungen aus dem im August ausgehandelten Zollabkommen nicht nachgekommen sei.

Spritpreise beflügeln E-Mobilität nicht

Die aktuell hohen Spritpreise werden nach Einschätzung von Peter die Wende zur Elektromobilität nicht nachhaltig beschleunigen. „Wir sehen nicht, dass die derzeitige Energieknappheit eine nachhaltige Trendwende hin zur Elektromobilität auslöst“, erklärte der BMW-Chef. Zwar rechnet er damit, dass im Jahr 2035 „gut die Hälfte der Kunden batterieelektrisch fahren wollen“, doch selbst 90 Prozent seien bis dahin unwahrscheinlich. Dies ließe sich aus der aktuellen Nachfrageentwicklung ableiten. Ab 2035 dürfen nach heutiger EU-Rechtlage keine Verbrenner-Autos mehr neu zugelassen werden.

Dekarbonisierung ja, aber nicht um jeden Preis

BMW halte weiterhin am Ziel der Dekarbonisierung fest, bekräftigte Peter. Jedoch sei der geplante Weg dorthin „zum Schaden Europas“. Als Zugeständnis aus der Industrie schlug er eine strengere Kontrolle von Plug-in-Hybrid-Fahrzeugen vor. Studien zeigen, dass viele Fahrer den Elektromodus dieser Autos nicht nutzen. „Das ist ein Verhaltensproblem, das eine klimaschonende Technologie in Verruf bringt, die Menschen eigentlich gut an die E-Mobilität heranführen kann“, kritisierte Peter. Eine mögliche Maßnahme sei die Dokumentation und Sanktionierung des Nutzungsverhaltens durch die Autohersteller: Wenn ein Fahrer seine Batterie nie lädt, könnte die Motorleistung technisch gedrosselt werden.

Quelle
  • (Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt) Redaktionelle Bearbeitung: insideBW-Redaktion.

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