Fast 4,9 Millionen Nichterwerbstätige wünschen sich Arbeit

Arbeitsmarkt: Mehr Menschen suchen Job – „Stille Reserve“ wächst

Arbeitsmarkt: Mehr Menschen suchen Job – „Stille Reserve“ wächst

Menschen stehen an Haltestellen oder in Parks (Archivbild), hier mit Abstand. Archivbild/Symbol, via dts Nachrichtenagentur

Die Zahl der Menschen, die in Deutschland Arbeit suchen, ist im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. Sowohl die Zahl der Erwerbslosen als auch die der Personen in der "Stillen Reserve" nahmen zu. Insgesamt wünschten sich fast 4,9 Millionen Nichterwerbstätige im Alter von 15 bis 74 Jahren eine Beschäftigung. Insbesondere Frauen sind von der "Stillen Reserve" betroffen.

Anstieg um 5,2 Prozent

Die Bundesrepublik verzeichnet im Jahr 2025 einen merklichen Anstieg bei Menschen, die sich nach einem Arbeitsplatz sehnen. Fast 4,9 Millionen Nichterwerbstätige im Alter zwischen 15 und 74 Jahren äußerten im vergangenen Jahr einen solchen Wunsch. Das bedeutet einen Zuwachs von gut 240.000 Personen oder 5,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Diese Zahlen des Statistischen Bundesamtes (Destatis), basierend auf ersten Ergebnissen des Mikrozensus 2025, offenbaren ein wachsendes ungenutztes Arbeitskräftepotenzial. Es setzt sich aus knapp 1,7 Millionen Erwerbslosen und gut 3,2 Millionen Menschen in der sogenannten „Stillen Reserve“ zusammen.

Erwerbslose und „Stille Reserve“ legen zu

Im Detail hat sich die Zahl der Erwerbslosen um 170.000 auf rund 1,7 Millionen erhöht – ein Plus von 11,3 Prozent. Gleichzeitig stieg die Zahl der Personen in der „Stillen Reserve“ um 70.000 auf über 3,2 Millionen, was einem Zuwachs von 2,3 Prozent entspricht.

Zur Erinnerung: Erwerbslose sind Menschen, die in den letzten vier Wochen aktiv nach einer Beschäftigung gesucht haben und potenziell innerhalb von zwei Wochen eine Arbeit aufnehmen könnten. Zur „Stillen Reserve“ zählen Personen, die zwar Arbeit wünschen, kurzfristig aber nicht für den Arbeitsmarkt verfügbar sind oder aktuell nicht aktiv suchen.

Geschlechterunterschiede in der „Stillen Reserve“

Die Gruppe der Erwerbslosen war 2025 mit 962.000 Männern und 723.000 Frauen überwiegend männlich (57,1 Prozent). In der=“Stille Reserve“ hingegen dominierten die Frauen. Knapp 1,8 Millionen Frauen standen hier gut 1,4 Millionen Männern gegenüber, was einem Frauenanteil von 55,2 Prozent entspricht.

Qualifikationsniveau hoch

Ein Großteil der Menschen, die sich Arbeit wünschen, ist gut ausgebildet. 68,3 Prozent der Erwerbslosen und 59,5 Prozent der Personen in der „Stillen Reserve“ verfügten 2025 über ein mittleres oder hohes Qualifikationsniveau – also mindestens eine abgeschlossene Berufsausbildung oder die Allgemeine Hochschulreife.

Bei den Frauen in der=“Stille Reserve“ lag der Anteil der gut Qualifizierten sogar bei 61,9 Prozent. Bei den erwerbslosen Frauen waren es 72,4 Prozent, die mindestens eine Lehre oder einen höheren Abschluss vorweisen konnten.

Betreuungspflichten belasten Frauen stärker

Für die Altersgruppe der 25- bis 59-Jährigen zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern bei den Hauptgründen für die Nichterwerbstätigkeit.

So gaben 30,7 Prozent der Frauen zwischen 25 und 59 Jahren in der=“Stille Reserve“ an, dass Betreuungspflichten sie derzeit an der Arbeitsaufnahme hindern. Bei Männern in derselben Altersgruppe nannten nur 5,3 Prozent Betreuungspflichten als Hauptgrund.

Gleichzeitig spielen gesundheitliche Einschränkungen eine bedeutende Rolle, insbesondere bei Männern. Für 35,6 Prozent der Männer war dies der Hauptgrund für die Inaktivität am Arbeitsmarkt, bei den Frauen in der=“Stille Reserve“ lag der Anteil bei 23,6 Prozent.

Quelle
  • (Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt) Redaktionelle Bearbeitung: insideBW-Redaktion.

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