Neue Routen, alte Tricks
Die Polizei registrierte im vergangenen Jahr 39.414 Delikte im Zusammenhang mit Kokain und Crack – ein Anstieg von 1,9 Prozent gegenüber 2024. BKA-Präsident Holger Münch sieht darin die Folge einer anhaltenden „Kokainschwemme“ in den Anbauländern, die die globale Drogenkriminalität antreibt. „Wir werden hier auch weiter sehr wachsam sein müssen“, mahnt Münch gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.
Die Kriminellen reagieren auf die intensiven polizeilichen Bemühungen mit neuen Strategien. Eine davon ist die „Drop-off“-Methode: Kokain wird auf hoher See über Bord geworfen und später von anderen Schiffen eingesammelt. Dies erschwert die direkte Beschlagnahmung und Aufdeckung der Transportwege.
Zudem weichen die Schmuggler vermehrt auf kleinere Häfen in Südeuropa aus. Im Rahmen internationaler Kooperationen arbeitet das BKA mittlerweile eng mit Portugal, Spanien und weiteren Ländern zusammen, um diese neuen Routen zu unterbinden. Die Flexibilität der kriminellen Netzwerke sei enorm, so Münch. Sie passen sich schnell an veränderte Polizeiliche Maßnahmen an und suchen stets nach neuen Schlupflöchern.
Eine weitere beobachtete Taktik: Kokain wird chemisch in andere Substanzen eingebracht, um es anschließend wieder zu extrahieren. Diese komplexen Vorgehensweisen sind Ausdruck der hohen Profitabilität des illegalen Drogenhandels, in dem „sehr viel Geld unterwegs ist“, erklärt der BKA-Chef.
