Warnung vor Beitragserhöhungen 2024

Berlin: GKV-Chef warnt vor massiven Beitragserhöhungen der Koalition

Foto: Fahrradergometer für Belastungs-EKG (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Im Vorfeld des wichtigen Koalitionsausschusses erhöht der Chef des GKV-Spitzenverbands, Oliver Blatt, den Druck auf die Bundesregierung. Angesichts steigender Ausgaben und fehlender Sparmaßnahmen drohen der gesetzlichen Krankenversicherung massive Beitragserhöhungen im kommenden Jahr, wenn nicht umgehend gehandelt wird.

Warnung vor Beitragserhöhungen 2024

Berlin – Der Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbands, Oliver Blatt, hat die Bundesregierung eindringlich vor massiven Beitragserhöhungen im kommenden Jahr gewarnt. Diese Warnung erfolgte kurz vor dem entscheidenden Koalitionsausschuss und richtete sich direkt an die Regierungsparteien.

Blatt betonte gegenüber den Zeitungen der Funke-Mediengruppe, dass die Koalition nun liefern müsse. Sollte der Koalitionsausschuss nicht über das bisher geplante kleine Sparpaket hinaus ein „echtes Sparpaket“ verabschieden, würden sich in wenigen Wochen umfangreiche Beitragserhöhungen abzeichnen. Um dies zu verhindern, forderte Blatt ein Soforthilfeprogramm. Dieses Programm sei notwendig, um Beitragsatzanpassungen im kommenden Jahr auszuschließen und müsse ab dem 1. Januar Maßnahmen in einer Größenordnung von mindestens vier Milliarden Euro umfassen.

Neben den Sofortmaßnahmen betonte Blatt die dringende Notwendigkeit struktureller Veränderungen. Diese seien essenziell, um eine langfristig stabile Gesundheitsversorgung in Deutschland zu gewährleisten. Er wies darauf hin, dass die Ausgaben in diesem Jahr um insgesamt acht Prozent gestiegen sind. Besonders betroffen seien hier die Kliniken, bei denen ein Anstieg von rund zehn Prozent zu verzeichnen sei.

Solche Steigerungsraten sind nach Ansicht von Blatt auf Dauer nicht finanzierbar. Er verdeutlichte die Dimension der Ausgaben, indem er festhielt: „Im kommenden Jahr wird Tag für Tag mehr als eine Milliarde Euro von der gesetzlichen Krankenversicherung für die gesundheitliche Versorgung zur Verfügung gestellt.“ Dieser enorme Finanzbedarf unterstreicht die Dringlichkeit der von Blatt geforderten Maßnahmen zur Stabilisierung der Beiträge und der Gesundheitsversorgung.

(Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt)