Absage in Köln
Eigentlich sollte die Kölner Lanxess-Arena am 29. März 2026 Schauplatz eines großen Benefizkonzerts für die Menschen in Gaza und im Westjordanland werden. Nun ist die Veranstaltung, die vom britischen Vorbild „together 4 Palestine“ inspiriert wurde, ohne neuen Termin und Veranstaltungsort. Die Lanxess-Arena hat ihre Zusage zurückgezogen, wie die „taz“ berichtet.
Die Organisatoren zeigen sich ratlos, aber auch kämpferisch. „Wir können nur darüber spekulieren, was die Gründe für die Absage sind und ob da jemand interventiert hat“, sagte Musikerin Maidline Aurie, Teil des vierköpfigen Organisationsteams. Das Konzert hatte bereits namhafte Unterstützung von Musikern wie Peter Fox, Nico Santos und den Bonaparte erhalten.
Sicherheitsrisiko als Begründung?
Ein Pressesprecher der Lanxess-Arena erklärte gegenüber der „taz“, das Event sei „zu keinem Zeitpunkt bestätigt“ gewesen. Von den Hallenbetreibern an die Künstler gesandte Nachrichten legen jedoch andere Gründe nahe: Ein mögliches Sicherheitsrisiko und die Angst vor „begleitenden Demonstrationen“ sollen laut dem Bericht ausschlaggebend für die Absage gewesen sein.
Bemühungen, eine Ersatzlocation zu finden, gestalten sich schwierig. „Selbst die Orte, an die wir ausweichen wollten, haben dann plötzlich abgesagt“, so Aurie. Das Team will das Projekt jedoch nicht aufgeben. „Wir sind weiterhin fest entschlossen, dass diese Solidaritätsveranstaltung stattfindet“, betont Rapper Chima. Er vermutet, dass gerade bei diesem Thema in Deutschland Vorbehalte bestehen.
Angst vor Antisemitismus-Vorwürfen
Viele Künstler würden sich aus Angst vor Antisemitismus-Vorwürfen zurückhalten, so Chima. Offen äußere das zwar niemand, doch es gab zahlreiche Ausreden wie Tourpläne, Pausen oder Urlaub, um nicht teilnehmen zu müssen.
Peter Fox selbst bezeichnet sich als „politisch interessierten Bürger“ und nicht als „Palästina-Aktivisten“. Er wollte mit Teilen seiner Band Seeed auftreten, da sich die Situation der Menschen im Gazastreifen seit dem Verschwinden aus den Medien nicht verbessert habe. „Kinder können immer noch nicht zur Schule gehen, eine funktionierende Infrastruktur gibt es in Gaza quasi nicht“, so Fox. Die israelische Siedlungspolitik im Westjordanland treibe die Verdrängung der Palästinenser voran.
Auch auf eine Anfrage der „taz“ an andere etablierte Musiker wie Herbert Grönemeyer, Die Toten Hosen oder Nina Hagen gab es bis Redaktionsschluss keine Antwort.
