Die Arbeitslosenquote in Baden-Württemberg bleibt im Februar 2026 unverändert bei 4,8 Prozent. Das teilte die Landesregierung am 27. Februar mit. Insgesamt waren 306.758 Menschen arbeitslos gemeldet — 3.658 weniger als im Januar, ein Rückgang um 1,2 Prozent.
Vor einem Jahr lag die Quote noch bei 4,6 Prozent. Damals waren 14.179 Menschen weniger arbeitslos als heute.
Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut erklärte anlässlich der Veröffentlichung der aktuellen Arbeitsmarktzahlen: „Die Lage am Arbeitsmarkt bleibt angespannt. Die leichte saisonübliche Belebung gegenüber Januar reicht nicht aus, um die Arbeitslosenquote spürbar zu senken. Eine durchgreifende Erholung ist derzeit nicht erkennbar.“
Offene Stellen steigen leicht — aber ohne Trendwende
Die Zahl der gemeldeten offenen Stellen bei der Bundesagentur für Arbeit stieg im Februar leicht auf 73.790. Das sind 1.777 Stellen mehr als im Januar, ein Plus von 2,5 Prozent.
Im Vergleich zum Vorjahr ergibt sich jedoch ein anderes Bild: 242 Stellen weniger als im Februar 2025, ein Rückgang um 0,3 Prozent.
Hoffmeister-Kraut verwies auf strukturelle Belastungen. „Der Arbeitsmarkt steht weiterhin unter dem Einfluss von geopolitischen Spannungen und handelspolitischer Restriktionen.“ Besonders exportorientierte Branchen stünden unter Druck.
Maschinenbau und Automobilindustrie zählen bundesweit zu den Branchen mit den höchsten erwarteten Beschäftigungsrückgängen. Für Baden-Württemberg ist das von besonderer Bedeutung. Ein erheblicher Teil der industriellen Wertschöpfung hängt von diesen Bereichen ab.
Jugendarbeitslosigkeit steigt deutlich
Auffällig ist die Entwicklung bei jungen Menschen. Im Februar 2026 waren 27.480 Menschen unter 25 Jahren arbeitslos gemeldet. Das sind 1.025 mehr als im Januar — ein Anstieg um 3,9 Prozent.
Im Vergleich zum Vorjahresmonat liegt die Jugendarbeitslosigkeit sogar um 9,7 Prozent höher. Die aktuelle Jugendarbeitslosenquote beträgt 4,0 Prozent. Im Februar 2025 lag sie noch bei 3,6 Prozent, vor der Coronapandemie im Februar 2020 sogar bei 2,7 Prozent.
„Die Entwicklung der Jugendarbeitslosigkeit gibt weiterhin Anlass zur Sorge“, sagte Hoffmeister-Kraut. Unternehmen stellten bei unsicherer Auftragslage Neueinstellungen zurück. Gerade stabile Ausbildungs- und Übernahmeangebote seien jedoch entscheidend, um die Substanz des Arbeitsmarktes zu sichern.
Die Ministerin betonte zudem die Bedeutung von Weiterbildung und Qualifizierung, um Beschäftigte in neue Tätigkeitsfelder zu integrieren.
Eine klare Trendwende ist derzeit nicht in Sicht. Die Quote bleibt stabil — die strukturellen Herausforderungen aber ebenso.
