Lernen nicht erklären

AR-Physics bei „Die Höhle der Löwen“: 18-Jährige wollen Physik neu erlebbar machen

Drei Männer präsentieren in einem Studio, ein Mann trägt einen Laborkittel.
Foto: Foto: RTL / Bernd-Michael Maurer

Augmented Reality statt trockener Formeln: In Staffel 19 pitchen drei Gründer ihre Lern-App AR-Physics – und riskieren viel für den großen Durchbruch.

Physik ist für viele Schülerinnen und Schüler ein Reizwort. Formeln, Hochspannung, abstrakte Modelle. Genau hier setzt AR-Physics an. In Folge 2 der 19. Staffel von „Die Höhle der Löwen“ präsentieren Philipp Siedhoff, Jost Reelsen und Felix Lachtrup ihre Idee: komplexe Experimente per Augmented Reality direkt auf dem eigenen Tisch sichtbar machen.

Ihr Ziel: Lernen nicht erklären – sondern erlebbar machen.

Was ist AR-Physics?

AR-Physics ist eine Lern-App, die physikalische Experimente mithilfe von Augmented Reality dreidimensional in die reale Umgebung projiziert. Über die Kamera eines Smartphones oder Tablets erscheinen virtuelle Modelle im Raum – etwa elektrische Felder, Planetenbahnen oder Hochspannungsversuche.

Statt nur Theorie im Schulbuch zu lesen, können Nutzer Experimente digital durchführen, beobachten und interaktiv erkunden.

Der Gedanke dahinter: Viele Versuche lassen sich im Schulalltag aus Sicherheits-, Zeit- oder Kostengründen nur eingeschränkt oder gar nicht umsetzen. AR-Physics soll diese Lücke schließen.

So funktioniert die Physik-App

Aktuell bietet die App acht interaktive Experimente für die gymnasiale Oberstufe. Ergänzt wird das Angebot durch Quizformate im Stil von Sprachlern-Apps sowie KI-gestützte Lerninhalte.

Die Bedienung ist bewusst niedrigschwellig:
Gerät ausrichten, Experiment im Raum platzieren, beobachten, Parameter verändern – und Zusammenhänge direkt visuell nachvollziehen.

Augmented Reality legt dabei digitale 3D-Simulationen über die reale Umgebung. So werden abstrakte Konzepte greifbar. Elektronenbewegungen, Feldlinien oder Umlaufbahnen erscheinen scheinbar direkt vor den Augen.

Die Gründer formulieren es so: Physik versteht man nicht durch Auswendiglernen, sondern durch eigenes Ausprobieren.

Wer steckt hinter AR-Physics?

Bemerkenswert: Die drei Gründer sind selbst erst 18 Jahre alt. Philipp Siedhoff, Jost Reelsen und Felix Lachtrup kommen aus Bad Wünnenberg und gehören damit zu den jüngsten Teams der aktuellen Staffel.

Ihre Motivation entstand aus eigener Schulerfahrung. Sie beobachteten, dass viele Experimente im Unterricht nur theoretisch behandelt werden – obwohl gerade das praktische Erleben entscheidend für das Verständnis sei.

Mit AR-Physics wollen sie den Physikunterricht digital erweitern – für Schulen ebenso wie für das Selbststudium.

Was kostet AR-Physics?

Die App ist grundsätzlich kostenlos nutzbar, enthält dann jedoch Werbung.

Für weiterführende Funktionen gibt es zwei Bezahlmodelle:

  • Pro-Abo: 7,98 Euro
  • Pro-KI-Abo: 15,98 Euro

Lernen nicht erklärenDie Anwendung kann über die offizielle Website arphysics.de heruntergeladen werden.

Der Deal in der Höhle: 225.000 Euro – oder mehr Kontrolle abgeben?

In der Sendung fordern die Gründer ursprünglich 225.000 Euro für 13 Prozent Unternehmensanteile. Das entspricht einer Bewertung von rund 1,73 Millionen Euro.

Doch dann wird es ernst. Investor Carsten Maschmeyer konfrontiert das Trio mit einer deutlich härteren Forderung: Kapital gegen 50 Prozent der Anteile.

Für die jungen Unternehmer ist das eine Grundsatzfrage. Wachstum und Mentoring durch einen erfahrenen Tech-Investor – oder die Kontrolle über das eigene Projekt behalten?

Am Ende kommt kein Deal zustande.

Warum das Thema Potenzial hat

Digitale Bildung ist ein Wachstumsmarkt. Gleichzeitig stehen Schulen vor der Herausforderung, Inhalte moderner und interaktiver zu vermitteln. Augmented Reality gilt dabei als Technologie mit Zukunftspotenzial.

AR-Physics positioniert sich genau zwischen Schule, EdTech und Selbstlern-App. Der Ansatz ist klar: Experimente sichtbar machen, die sonst nur auf Papier stattfinden.

Ob sich das Start-up langfristig durchsetzt, wird sich außerhalb der TV-Kameras entscheiden. Die Aufmerksamkeit durch „Die Höhle der Löwen“ haben die drei Gründer jedenfalls genutzt.

Und vielleicht bleibt bei manchen Schülerinnen und Schülern am Ende nicht nur eine Formel hängen – sondern echtes Verständnis.