Kritik an Regierung: Honorare zu niedrig
Die von der Bundesregierung vorgeschlagene Erhöhung des Apothekenhonorars auf 9,50 Euro pro Arzneimittelpackung reicht der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) nicht aus. ABDA-Präsident Thomas Preis bezeichnet die geplante Summe als „nur einen ersten Schritt“.
Die letzte Honoraranpassung liegt laut Preis 13 Jahre zurück. Damals habe die Erhöhung drei Prozent betragen. Seitdem seien die Kosten für Apotheken um 65 Prozent gestiegen. „Dieser Schritt ist dringend notwendig“, betonte Preis im Gespräch mit den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.
Mehr Eigenständigkeit gefordert
Der Apothekerverband dringt darauf, die Honorare künftig selbst mit den Krankenkassen verhandeln zu können. Preis zieht einen Vergleich zur Ärzteschaft, deren Honorare jährlich neu ausgehandelt werden. „Einen solchen Mechanismus brauchen wir auch, um nicht erneut 13 Jahre von Kostensteigerungen entkoppelt zu werden“, so der Verbandschef.
Nach Berechnungen von Preis müsste das Fixum aktuell bei über 12 Euro liegen, um die Preissteigerungen der vergangenen Jahre abzubilden. Die Kommission lege die Erhöhungen für alle Leistungsträger im Gesundheitswesen fest. Die Berechnung bezogen auf die letzten 13 Jahre spreche für ein höheres Honorar.
