Frist läuft Ende 2025 ab

Amazon muss zahlen! Zu viel gezahlt für Prime? Erstattung nur noch bis Ende 2025 möglich

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Ein Urteil, das für viele überraschend kam – und für Amazon teuer werden könnte: Die umstrittene Preissteigerung des Prime-Abos im Jahr 2022 war nicht rechtens. Das haben sowohl das Landgericht als auch das Oberlandesgericht Düsseldorf festgestellt. Millionen Prime-Mitglieder haben damit Anspruch auf eine Rückerstattung. Doch Vorsicht: Diese Chance läuft ab. Wer bis Ende 2025 nicht aktiv wird, geht leer aus.

Wie alles begann – und warum das Urteil so wichtig ist

Im September 2022 zog Amazon die Preise deutlich an. Das Jahresabo verteuerte sich von 69 Euro auf 89,90 Euro, das Monatsabo stieg von 7,99 Euro auf 8,99 Euro. Offiziell begründete der Konzern die Erhöhung mit gestiegenen Kosten und hoher Inflation. Für Kundinnen und Kunden war der höhere Preis ab dem Stichtag einfach da – ohne Zustimmung, ohne Wahl.

Genau das kritisierte die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen: Einseitige Preisänderungen ohne klare Regeln verstoßen gegen deutsches Vertragsrecht. Die Gerichte schlossen sich dieser Auffassung an. Die Preisanpassungsklausel von Amazon sei nicht transparent genug gewesen und habe dem Konzern zu viel Spielraum eingeräumt.

Damit ist klar: Die Erhöhung hätte nicht so umgesetzt werden dürfen.

Wer jetzt Geld bekommen kann

Erstattungsberechtigt sind Kundinnen und Kunden, die:

  • ihr Prime-Abo vor September 2022 abgeschlossen haben,
  • der Preiserhöhung nicht wirksam zugestimmt haben und
  • kein Abo-Format gewechselt haben (der Wechsel gilt rechtlich als Zustimmung).

Je nach Zahlungsweise kommt dabei ein durchaus relevanter Betrag zusammen:

  • bis zu 28 Euro bei Monatszahlern,
  • bis zu 62,70 Euro bei Jahreszahlern,
  • bei längerer Laufzeit entsprechend mehr.

Rechtsexperten empfehlen zusätzlich, Verzugszinsen einzufordern, wenn die Forderung eindeutig formuliert wird.

Warum die Zeit drängt

Das Urteil ist zwar noch nicht endgültig, da Amazon eine Revision beim Bundesgerichtshof prüfen kann. Für die Kunden spielt das aber keine Rolle: Finanzielle Ansprüche verjähren. Wer erst 2026 aktiv wird, hat womöglich keinen Cent davon. Bis dahin bleibt offen, wann Amazon das Geld tatsächlich überweist.

Die Stiftung Warentest empfiehlt daher, bereits jetzt die Forderung schriftlich zu stellen – per E-Mail oder Post. Musterbriefe stehen online bereit, die wichtigsten Angaben sind:

  • vollständige Absenderdaten
  • Bezug auf die Gerichtsentscheidungen
  • Angabe der eigenen Bankverbindung
  • Fristsetzung zur Zahlung

Was das Urteil für die Abo-Branche bedeutet

Der Fall zeigt, welche Bedeutung Vertragsklarheit in digitalen Geschäftsmodellen inzwischen hat. Anbieter können laufende Preise nicht mehr beliebig verändern, ohne nachvollziehbare Regeln oder Zustimmung. Das Urteil könnte damit als Maßstab für die gesamte Abo-Ökonomie dienen – vom Streaminganbieter bis zum Versicherungsprodukt.

Fazit

Für Amazon war die Prime-Erhöhung ein großer Schritt – für viele Kunden war sie offenbar ein Schritt zu weit. Wer damals mehr zahlte, als er musste, hat jetzt die Gelegenheit, sich das Geld zurückzuholen. Und erstmals wird sichtbar: Auch Giganten im Netz können an ihre Grenzen stoßen, wenn sie Verträge verändern, ohne die Regeln einzuhalten.

Wer sein Geld will, sollte handeln – nicht irgendwann, sondern bald.