Ihre Bilder sollten alles zeigen

Filmtipp „Die Fotografin“ heute im Ersten: Kate Winslet zeigt den Krieg durch die Augen einer außergewöhnlichen Frau

Vom gefeierten Fotomodell zur Kriegsreporterin an der Front: Das Biopic „Die Fotografin“ erzählt die Geschichte von Elizabeth „Lee“ Miller, die den Zweiten Weltkrieg mit ihrer Kamera dokumentierte. Kate Winslet spielt eine Frau, die sich gegen Widerstände durchsetzt und Bilder schafft, die niemand sehen wollte. Das Erste zeigt den Film heute als Free-TV-Premiere im ARD SommerKino.

Lee Miller (Kate Winslet) in „Die Fotografin“: Für ihre beeindruckende Darstellung in diesem packenden Biopic könnte Winslet erneut im Oscar-Rennen sein.

Foto: ©Sky UK Ltd / Kimberley French

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Wann läuft „Die Fotografin“ heute?

Das Erste zeigt „Die Fotografin“ am heutigen Montag, 3. August 2026, um 20.15 Uhr. Der Film endet planmäßig um 22 Uhr. Die Ausstrahlung erfolgt im Rahmen des ARD SommerKinos 2026.

Der britisch-amerikanische Spielfilm stammt aus dem Jahr 2023 und kam am 19. September 2024 in die deutschen Kinos. Seine deutsche Fernsehausstrahlung ist als Free-TV-Premiere angekündigt.

Bereits seit dem 1. August ist „Die Fotografin“ in der ARD Mediathek abrufbar. Dort bleibt der Film nach den vorliegenden Programminformationen bis zum 31. August 2026 verfügbar. Das Angebot gilt für Deutschland.

Darum geht es in „Die Fotografin“

Frankreich im Jahr 1938: Lee Miller führt als erfolgreiches Model ein freies Leben im Kreis von Künstlerinnen und Künstlern. Bei einer Landpartie lernt sie den Galeristen Roland Penrose kennen. Die beiden verlieben sich, und Lee zieht mit ihm nach London.

Dort will sie nicht länger nur vor der Kamera stehen. Sie möchte selbst fotografieren und ihre eigene Perspektive zeigen. Der Wechsel gelingt jedoch nicht ohne Widerstände. In einer von Männern dominierten Medienwelt muss sie härter um Aufträge und Anerkennung kämpfen als ihre Kollegen.

Als der Zweite Weltkrieg ausbricht, arbeitet Lee für die britische Ausgabe der „Vogue“. Unter der Leitung von Audrey Withers fotografiert sie zunächst die Folgen der deutschen Luftangriffe auf London.

Doch Lee will näher an die Ereignisse heran. Sie will nicht nur das beschädigte Zuhause zeigen, sondern auch das, was an der Front und in den befreiten Gebieten geschieht.

Lee Miller gelangt mit amerikanischem Pass an die Front

Die britischen Behörden lassen Frauen zunächst nicht als Kriegsreporterinnen an die Front. Lee Miller verfügt jedoch über einen amerikanischen Pass. Dadurch kann sie schließlich US-Truppen bei der Befreiung Frankreichs begleiten.

Gemeinsam mit dem „Life“-Fotografen David E. Scherman reist sie durch Frankreich und später nach Deutschland. Dabei fotografiert sie Verwundete, zerstörte Städte und die Bestrafung französischer Frauen, denen Beziehungen zu deutschen Besatzern vorgeworfen werden.

Der Film richtet den Blick nicht auf heroische Schlachten. Im Zentrum stehen die Menschen, die Folgen der Gewalt und besonders das Leid von Frauen.

Schließlich gelangen Lee und Scherman in gerade befreite Konzentrationslager. Dort dokumentieren sie Leichen, Überlebende und das Ausmaß der nationalsozialistischen Verbrechen. Diese Erfahrungen verändern Lee dauerhaft.

Das berühmte Foto in Hitlers Badewanne

Eine der bekanntesten Szenen des Films rekonstruiert ein historisches Foto Lee Millers. Nach der Befreiung Münchens gelangt sie gemeinsam mit David Scherman in Adolf Hitlers Wohnung am Prinzregentenplatz.

Lee lässt sich in dessen Badewanne fotografieren. Ihre schmutzigen Stiefel stehen auf dem weißen Badvorleger, daneben ist ein Porträt Hitlers platziert.

Foto: Kimberley French / Sky UK

Das Bild wurde zu einer der bekanntesten Aufnahmen Millers. Es verbindet persönliche Inszenierung mit politischer Symbolik: Eine Frau, die zuvor die nationalsozialistischen Verbrechen dokumentiert hatte, sitzt in der privaten Badewanne des Diktators.

Im Film ist diese Szene kein beiläufiger Moment. Sie zeigt, wie bewusst Lee Miller mit Bildern arbeitete und wie sie sich selbst zum Bestandteil ihrer fotografischen Aussage machte.

Der Film zeigt auch den Preis ihrer Arbeit

Nach ihrer Rückkehr nach London stößt Lee erneut auf Widerstand. Einige ihrer Aufnahmen werden nicht in der britischen „Vogue“ veröffentlicht. Der Film zeigt, wie wütend und verzweifelt sie darauf reagiert. Für Lee sind die Bilder historische Beweise. Sie hat das Grauen gesehen und fotografiert, doch Redaktionen entscheiden darüber, was die Öffentlichkeit sehen darf.

Ihre Erlebnisse lassen sie nicht mehr los. Hinter der Entschlossenheit und dem selbstbewussten Auftreten wird zunehmend sichtbar, wie tief die Arbeit an der Front sie geprägt hat. Damit erzählt „Die Fotografin“ nicht nur von beruflichem Erfolg. Das Biopic handelt ebenso von Traumatisierung, Erinnerung und der Frage, was es mit einem Menschen macht, wenn er die schlimmsten Seiten des Krieges aus nächster Nähe dokumentiert.

Die wahre Geschichte hinter „Die Fotografin“

Elizabeth „Lee“ Miller wurde 1907 geboren und starb 1977. Sie arbeitete zunächst als Model und bewegte sich in der internationalen Kunst- und Fotografieszene.

Später wurde sie selbst Fotografin. Während des Zweiten Weltkriegs berichtete sie als Kriegskorrespondentin für die „Vogue“. Ihre Arbeiten aus dem zerstörten Europa und den befreiten Konzentrationslagern gehören zu ihrem bedeutendsten fotografischen Nachlass.

Foto: Von U.S. Army Official Photograph – http://astro.temple.edu/~gurwin/hist.0690syb2005.html, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=77888314

Viele dieser Bilder wurden jedoch erst nach ihrem Tod wiederentdeckt. Ihr Sohn Antony Penrose fand das umfangreiche Archiv seiner Mutter auf dem Dachboden des Familienhauses. Seine Biografie „The Lives of Lee Miller“ aus dem Jahr 1985 bildete die Grundlage für den Film. Die Produktion erhielt Zugang zu Millers Fotografien, Tagebüchern und weiteren Archivmaterialien.

Die Rahmenhandlung ist erfunden

Der Film beginnt mit einem Interview zwischen der älteren Lee Miller und einem jungen Journalisten namens Tony. Erst später wird deutlich, dass es sich bei ihm um ihren Sohn Antony handelt. Dieses Gespräch hat in dieser Form nie stattgefunden. Die Rahmenhandlung ist eine dramaturgische Erfindung des Films.

Sie greift jedoch eine reale familiäre Erfahrung auf: Antony Penrose erfuhr erst nach dem Tod seiner Mutter vom vollen Umfang ihrer Arbeit als Kriegsfotografin. Die fiktive Unterhaltung ermöglicht es dem Film, Lees Erinnerungen aus ihrer eigenen Perspektive zu erzählen und zugleich die Distanz zwischen Mutter und Sohn sichtbar zu machen.

Kate Winslet machte das Filmprojekt möglich

Das Projekt wurde bereits 2015 angekündigt. Damals waren die Filmrechte an Antony Penroses Biografie gesichert worden. Zugleich stand fest, dass Kate Winslet die Hauptrolle übernehmen sollte. Die Entwicklung dauerte mehrere Jahre. Winslet spielte nicht nur Lee Miller, sondern war auch als Produzentin beteiligt.

Das Projekt erhielt durch Millers Sohn exklusiven Zugang zum Archiv seiner Mutter. Dadurch konnten die Filmschaffenden historische Fotografien, persönliche Aufzeichnungen und weitere Dokumente für die Vorbereitung nutzen. Kate Winslets Beteiligung war für die Finanzierung und Umsetzung entscheidend. Die ARD bezeichnet ihre Zusage als den Schritt, der den Film erst möglich gemacht habe.

Regiedebüt von Ellen Kuras

„Die Fotografin“ ist das Spielfilm-Regiedebüt von Ellen Kuras. Zuvor war sie vor allem als Kamerafrau und Dokumentarfilmerin bekannt. Kuras und Kate Winslet kannten sich bereits von der Tragikomödie „Vergiss mein nicht!“ aus dem Jahr 2004. Sie waren danach in Kontakt geblieben und hatten über ein gemeinsames Projekt gesprochen.

Die Kamera bei „Die Fotografin“ führte Paweł Edelman. Die Musik komponierte der mehrfach ausgezeichnete französische Filmkomponist Alexandre Desplat. Für den Schnitt war Mikkel E. G. Nielsen verantwortlich.

Dreharbeiten in Kroatien, Budapest und London

Die Dreharbeiten begannen 2022. Zu den vorgesehenen Produktionsorten gehörten Kroatien, Budapest und London. Während der Dreharbeiten in Kroatien stürzte Kate Winslet und wurde vorsorglich in einem Krankenhaus untersucht. Die Produktion konnte anschließend fortgesetzt werden. Der Film entstand mit mehreren internationalen Produktionsgesellschaften. Zu den Produzenten gehörten neben Winslet unter anderem Troy Lum, Andrew Mason, Lauren Hantz, Marie Savare und Kate Solomon.

Premiere beim Filmfestival in Toronto

„Die Fotografin“ feierte am 9. September 2023 beim Toronto International Film Festival seine Premiere. Dort wurde der Film in die Reihe „Gala Presentations“ aufgenommen. In Deutschland startete das Biopic am 19. September 2024 im Kino. Heute folgt die Ausstrahlung im Ersten als Teil des ARD SommerKinos.

Das ARD SommerKino zeigt 2026 insgesamt sieben Kinofilme im Ersten. „Die Fotografin“ gehört zu den zentralen Produktionen der Reihe.

Diese Stars spielen in „Die Fotografin“ mit

Kate Winslet übernimmt die Hauptrolle der Elizabeth „Lee“ Miller. An ihrer Seite stehen mehrere international bekannte Darstellerinnen und Darsteller.

Die wichtigsten Rollen:

  • Elizabeth „Lee“ Miller: Kate Winslet
  • Antony „Tony“ Penrose: Josh O’Connor
  • David E. Scherman: Andy Samberg
  • Roland Penrose: Alexander Skarsgård
  • Solange D’Ayen: Marion Cotillard
  • Audrey Withers: Andrea Riseborough
  • Nusch Éluard: Noémie Merlant
  • Paul Éluard: Vincent Colombe
  • Major Jonesy: Arinzé Kene
  • Jean D’Ayen: Patrick Mille
  • Cecil Beaton: Samuel Barnett
  • Adrienne „Ady“ Fidelin: Zita Hanrot

In weiteren Rollen ist Enrique Arce als Pablo Picasso zu sehen.

Andy Samberg zeigt sich von einer ungewohnten Seite

Andy Samberg ist vor allem durch Komödien und Serien wie „Brooklyn Nine-Nine“ bekannt. In „Die Fotografin“ übernimmt er eine deutlich ernstere Rolle. Er spielt den US-Fotografen David E. Scherman, der mit Lee Miller durch das befreite Europa reist. Ihre Zusammenarbeit wird im Film als kollegial und eng dargestellt.

Scherman unterstützt Lee nicht nur bei ihrer Arbeit. Er ist auch derjenige, der mehrere berühmte Fotografien von ihr aufnimmt – darunter das Bild in Hitlers Badewanne.

Welche Auszeichnungen erhielt der Film?

Paweł Edelman und Ellen Kuras wurden 2023 beim internationalen Filmfestival Camerimage für den Hauptpreis nominiert. Das Festival ist besonders auf Kameraarbeit und visuelle Gestaltung spezialisiert. Kate Winslet erhielt später eine Golden-Globe-Nominierung für ihre Darstellung der Lee Miller.

Die Nominierungen würdigen zwei zentrale Stärken des Films: Winslets intensive Hauptrolle und die Bildgestaltung, die unterschiedliche Abschnitte in Lee Millers Leben visuell voneinander trennt.

Wie wurde „Die Fotografin“ aufgenommen?

Die Reaktionen fielen insgesamt gemischt bis positiv aus. Kate Winslets Darstellung wurde vielfach als größte Stärke des Films hervorgehoben. In der Kritik wurde zugleich angemerkt, dass das Biopic trotz seiner ungewöhnlichen Hauptfigur teilweise einer klassischen und konventionellen Erzählweise folgt.

Nach den im bereitgestellten Hintergrundtext genannten Werten waren zunächst 71 Prozent der bei Rotten Tomatoes erfassten Kritiken positiv. Metacritic führte den Film mit 58 von 100 Punkten, was gemischten oder durchschnittlichen Rezensionen entspricht. Diese aggregierten Werte können sich durch weitere Kritiken verändern.

Wie nah bleibt der Film an der Wirklichkeit?

„Die Fotografin“ orientiert sich an Lee Millers Biografie und verwendet zahlreiche reale Stationen ihres Lebens. Dazu gehören ihre Arbeit für die „Vogue“, ihre Einsätze als Kriegsreporterin und die Aufnahmen in Deutschland.

Einzelne Begegnungen, Dialoge und Abläufe wurden jedoch für die filmische Erzählung verdichtet oder erfunden. Besonders deutlich gilt das für das Interview mit ihrem Sohn, das als Rahmenhandlung dient.

Der Film ist deshalb kein dokumentarisches Protokoll. Er ist eine dramatisierte Biografie, die reale Bilder und Ereignisse mit einer fiktionalen Erzählstruktur verbindet.

Ist der Film für Kinder geeignet?

„Die Fotografin“ besitzt eine Altersfreigabe ab zwölf Jahren. Der Film zeigt Krieg, Tote, Konzentrationslager und die Folgen sexualisierter sowie militärischer Gewalt. Auch ohne eine durchgehend explizite Darstellung können einzelne Szenen stark belasten. Eltern sollten daher berücksichtigen, dass der Film schwere historische Themen behandelt. Die Ausstrahlung wird mit Audiodeskription angeboten. Zudem steht Dolby-Digital-Ton zur Verfügung.

Lohnt sich das Einschalten?

„Die Fotografin“ richtet sich an Zuschauerinnen und Zuschauer, die historische Biopics und Filme über die Macht von Bildern schätzen.

Kate Winslet trägt die Geschichte mit einer entschlossenen, zugleich verletzlichen Darstellung. Besonders eindringlich sind die Momente, in denen Lee Miller nicht nur fotografiert, sondern mit der Frage ringt, ob ihre Aufnahmen überhaupt gesehen werden.

Der Film erzählt keine leichte Aufstiegsgeschichte. Er zeigt, wie Miller sich ihren Platz in einer männlich dominierten Branche erkämpft und welchen persönlichen Preis sie für ihre Arbeit zahlt.

Wer einen geradlinigen Kriegsfilm erwartet, bekommt stattdessen das Porträt einer Fotografin, die den Blick bewusst auf Opfer, Frauen und die Folgen des Krieges richtet. insideBW berichtete bereits zum deutschen Kinostart ausführlich über Kate Winslet als Kriegsfotografin Lee Miller.

„Die Fotografin“ heute im Überblick

  • Sendetermin: Montag, 3. August 2026
  • Beginn: 20.15 Uhr
  • Ende: 22 Uhr
  • Sender: Das Erste
  • Reihe: ARD SommerKino
  • Ausstrahlung: Free-TV-Premiere
  • Originaltitel: „Lee“
  • Produktionsjahr: 2023
  • Länge: 116 Minuten in der Kinofassung
  • Genre: Biopic und Kriegsdrama
  • Regie: Ellen Kuras
  • Hauptrolle: Kate Winslet
  • FSK: ab zwölf Jahren
  • Mediathek: vom 1. bis 31. August 2026 in Deutschland
  • Barrierefreiheit: Audiodeskription

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