Vom Papier zur Realität: Millionenspritze vom Land
Mit dem sogenannten „Letter of Intent“ ist klar: Stadt und Land wollen nicht nur reden, sondern handeln. „Seilbahnen in der Stadt sind ein innovatives Verkehrsmittel und passen perfekt in moderne Konzepte des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV)“, erklärte Minister Hermann. Er betonte: „Sie verbinden zum Beispiel flächensparend Zentrum mit außenliegenden Quartieren und helfen Engpässe am Boden zu überwinden. Bisher ist keine Kommune im Land über die Idee und erste Machbarkeitsstudien hinausgekommen. Ich bin sehr zuversichtlich, dass das in Heilbronn jetzt gelingen kann.“
Als Starthilfe und klares Bekenntnis übernimmt das Land Baden-Württemberg die Hälfte der Planungskosten. Satte vier Millionen Euro fließen als Vorfinanzierung in das Leuchtturmprojekt. „Das Land unterstützt urbane Seilbahnen als weitere Option im ÖPNV und sieht in Heilbronn eine der ersten Städte bundesweit, die von diesem Verkehrsmittel profitieren könnten“, so Hermann. Der Clou: „Durch die Nutzung der zweiten Ebene über dem Straßenverkehr umgehen wir Staus und realisieren Verbindungen schneller.“
Chance für die Zukunftsstadt und den KI-Campus
Auch Oberbürgermeister Harry Mergel sieht in der Seilbahn eine „große Chance, Heilbronn als Zukunftsstadt weiterzuentwickeln und auch die Herausforderungen im Bereich Mobilität entschlossen anzugehen.“ Ein wichtiger Baustein ist dabei der im Norden der Innenstadt entstehende Ipai-Campus (externer Link, öffnet in neuem Fenster). Dieser neue Stadtteil soll durch die Seilbahn nicht nur schnell an Verkehrsknotenpunkte angebunden, sondern direkt ins bestehende ÖPNV-System integriert werden. „Auch auf unsere Nachhaltigkeitsstrategie (externer Link, öffnet in neuem Fenster), die wir mit unserer Bewerbung für den European Green Capital Award (externer Link, öffnet in neuem Fenster) einmal mehr unterstreichen, zahlt eine urbane Seilbahn ein“, so Mergel.
Leise, sauber, effizient: Die Vorteile der schwebenden Gondeln
Urbane Seilbahnen gelten als Multitalente: Sie sind energieeffizient, leise im Betrieb, barrierefrei zugänglich und vergleichsweise schnell zu errichten. Ihr Flächenbedarf ist gering, was sie auch im Bau und Unterhalt kostengünstig macht. Minister Hermann ergänzte: „Mit dieser Technik kann die Stadt einen komfortablen, verlässlichen und umweltfreundlichen Anschluss des Campus an bestehende Bahn- und Busnetze schaffen.“
Baden-Württemberg hat bereits Erfahrung mit seilgebundenen Transportsystemen: Sieben Standseilbahnen, etwa in Stuttgart und Karlsruhe, sind im Land bereits in Betrieb – mehr als in jedem anderen Bundesland. Urbane Seilschwebebahnen sind in Deutschland jedoch noch seltener, aktuell nur in Koblenz und Berlin (sowie temporär für die BUGA in Mannheim). Mit der Heilbronner Bahn könnte Baden-Württemberg auch hier eine Vorreiterrolle einnehmen, ähnlich wie europäische Städte wie Brest oder Toulouse. Die Finanzierung der Umsetzung in Heilbronn wird im Rahmen des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG)-Programms des Bundes angestrebt, wobei das Land den Bau solcher Anlagen seit 2015 über das Landesgemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz fördert.
Der gemeinsame Schritt von Hermann und Mergel wird als Auftakt für einen echten Innovationsschub im Heilbronner Nahverkehr gesehen.


