Wirtschaftsexperte Fuest übt scharfe Kritik

Ifo-Chef Fuest rechnet mit Regierung ab: „Kein Konzept, wo sie hin will“

Ifo-Chef Fuest rechnet mit Regierung ab: „Kein Konzept, wo sie hin will“

Clemens Fuest, Präsident des Ifo-Instituts München (Symbolbild)

Der Präsident des Münchner Ifo-Instituts, Clemens Fuest, hat die Bundesregierung scharf für ihre ausbleibenden Reformen kritisiert. Er bemängelt ein fehlendes Gesamtkonzept und sieht eine Mitverantwortung für die Verunsicherung der Bürger. Zudem fordert Fuest eine klare Begrenzung der Staatsquote. Die Arbeit der Koalition sei nur ein „Sammelsurium von Einzelmaßnahmen“.

Reformen fehlen

Die Bundesregierung hat aus Sicht von Ifo-Chef Clemens Fuest kein klares Konzept. „Der entscheidende Fehler ist, dass die Koalition kein Konzept entwickelt hat, wo sie hin will“, sagte Fuest dem Magazin „Stern“. Der Koalitionsvertrag sei lediglich eine Auflistung von Einzelmaßnahmen.

Glaubwürdige Strategie gefordert

Fuest fordert eine glaubwürdige Gesamtstrategie, die Deutschland langfristig wettbewerbsfähig macht und die Bevölkerung überzeugt. Das aktuelle Vorgehen der Regierung sorge eher für Verunsicherung.

Mitverantwortung für Konsumflaute

Der Ifo-Chef sieht die Regierung auch in der Mitverantwortung für die sinkenden Konsumausgaben. Viele Bürger sorgten sich um ihre wirtschaftliche Zukunft, zusätzlich werde die Unsicherheit durch kurzfristige politische Entscheidungen verstärkt, wie das Hin und Her bei der Entlastungsprämie. „Das Scheitern einer Maßnahme ist eine negative Nachricht, die Fragen zur Professionalität des Krisenmanagements aufwirft“, so Fuest.

Staatsquote begrenzen

Mit Blick auf steigende Staatsausgaben plädiert Fuest für eine gesetzliche Begrenzung der Staatsquote auf unter 50 Prozent. Um dieses Ziel zu erreichen, müssten Bund, Länder und Kommunen ihre Ausgaben konsequent kürzen, insbesondere bei Subventionen. Fuest schlägt vor, Subventionen über die nächsten fünf Jahre schrittweise zu halbieren, um Planbarkeit und Vertrauen zu schaffen.

Quelle
  • (Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt) Redaktionelle Bearbeitung: insideBW-Redaktion.

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