Umbau des Bundesprogramms angeblich zu hastig

Grüne fordern Stopp für „Demokratie leben“

Grüne fordern Stopp für „Demokratie leben“

Misbah Khan (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Die Bundestagsfraktion der Grünen hat die Bundesregierung aufgefordert, den angekündigten Umbau des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ auszusetzen. Bis zum Abschluss einer laufenden wissenschaftlichen Untersuchung solle keine Entscheidung getroffen werden, heißt es in einem Antrag der Fraktion. Die Grünen befürchten eine Schwächung bewährter Strukturen und eine ideologisch motivierte Umgestaltung.

Gefahr der Schwächung

Die Grünen sehen die Gefahr, dass durch die geplante Umstrukturierung funktionierende und wirksame Strukturen gefährdet werden könnten. Gleichzeitig könnten Bereiche fortgeführt werden, deren Effektivität nicht ausreichend belegt ist.

„Solch weitreichende Entscheidungen über den Einsatz öffentlicher Mittel dürfen nicht in einem solchen Blindflug erfolgen“, heißt es in dem Antrag, über den der „Stern“ berichtet.

„Ideologische Prioritätensetzung“

Misbah Khan, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen, kritisierte scharf die aktuelle Vorgehensweise: „Der Umbau des Programms […] trägt die Handschrift ideologischer Prioritätensetzung statt fachlich begründeter Politik.“ Bis heute fehle eine fundierte Grundlage für die geplanten Eingriffe.

Das Programm, das 2014 von der damaligen SPD-Familienministerin Manuela Schwesig ins Leben gerufen wurde, sei gerade in ländlichen und strukturschwachen Regionen eine wichtige Säule für demokratische Bildungsarbeit und Beratungsangebote.

„Generalverdacht gegen Zivilgesellschaft“

Khan warf der Bundesregierung einen „unangebrachten Generalverdacht gegen die Zivilgesellschaft“ vor. Statt Verlässlichkeit und Planungssicherheit zu bieten, würden funktionierende Strukturen durch „politisch motivierte Schnellschüsse“ infrage gestellt. Das schwäche genau jene, die sich gegen Extremismus und für gesellschaftlichen Zusammenhalt einsetzen.

Bundesförderprogramme dürften nicht zum Instrument ideologischer Profilierung werden, so die Grünen-Abgeordnete weiter. Verantwortungsbewusster Einsatz öffentlicher Mittel orientiere sich an wissenschaftlicher Evidenz und tatsächlicher Wirksamkeit, nicht an parteipolitischen Motiven.

Quelle
  • (Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt) Redaktionelle Bearbeitung: insideBW-Redaktion.

Methodik-Hinweis:
insideBW prüft Informationen nach redaktionellen Standards. Wie wir arbeiten? Mehr dazu: Quellen & Methodik .