Privates Kapital statt Steuergeld

Billionen-Euro-Plan: SPD fordert Millionen für KI

Billionen-Euro-Plan: SPD fordert Millionen für KI

Johannes Schätzl (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

SPD-Digitalpolitiker haben einen ehrgeizigen Vorschlag vorgelegt: Sie wollen eine Billion Euro privates Kapital für Investitionen in Künstliche Intelligenz mobilisieren. Angesichts der globalen KI-Rivalität und wachsender Sicherheitsrisiken setzen die Politiker auf private Geldgeber statt auf staatliche Ausgaben. Kern der Strategie: Staatliche Anreize sollen private Investitionen in strategische KI-Infrastruktur lenken.

KI-Wette auf Privatkapital

Die digitale Zukunft Europas soll nach dem Willen einiger SPD-Abgeordneter nicht von staatlichen Geldern dominiert werden. Johannes Schätzl und Matthias Mieves haben ein Strategiepapier vorgelegt, das eine gewaltige Summe im Visier hat: eine Billion Euro privates Kapital sollen in die Forschung und Entwicklung von Künstlicher Intelligenz (KI) fließen.

Die beiden Bundestagsabgeordneten warnen davor, im Wettlauf um die KI-Dominanz der USA und Chinas in reine „Gigantomanie mit Steuergeld“ zu verfallen. „Öffentliche Haushalte können die nötigen Investitionen nicht allein stemmen“, heißt es in dem Papier, über das das „Handelsblatt“ bereits berichtet.

Sicherheit als treibende Kraft

Hintergrund der Forderung sind wachsende Sorgen vor den potenziellen Gefahren neuer KI-Modelle. Die Entwicklung von Systemen, die Cyberangriffe erleichtern könnten, macht die KI-Landschaft zunehmend auch zu einem „geopolitischen Risiko“, wie Schätzl und Mieves schreiben. „Damit wird Rechenleistung zur Sicherheitsfrage“, betonen sie.

Um Risiken entgegenzuwirken und Europa wettbewerbsfähig zu halten, müsse investiert werden. Der Staat solle dabei jedoch nicht in erster Linie als Geldgeber auftreten, sondern vielmehr privates Kapital in „strategische Infrastruktur“ lenken.

Anreize für Investoren

Die SPD-Politiker sehen Potenzial bei Versicherungen, Pensionskassen und institutionellen Anlegern. Diese sollen ermutigt werden, stärker in Zukunftstechnologien wie KI-Rechenleistung, Start-ups, Scale-ups und europäische Technologieanbieter zu investieren. Wer Zugang zu leistungsfähigen KI-Modellen und Infrastruktur habe, könne schneller auf Sicherheitslücken reagieren.

Als konkreten Anreiz schlagen die Abgeordneten staatliche Abnahmegarantien für bestimmte KI-Rechenleistungen vor. Dies soll Investitionen kalkulierbarer machen und dem Staat ermöglichen, gleichzeitig Bedingungen bei Sicherheit, Datenschutz, Energieeffizienz und Arbeitsbedingungen durchzusetzen. „Der Staat schafft verlässliche Nachfrage“, heißt es im Papier, was ihnen zufolge „besser als blanke Subventionen“ sei.

Quelle
  • (Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt) Redaktionelle Bearbeitung: insideBW-Redaktion.

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