Keine Eile beim Delisting
Ein Rückzug von ProSiebenSat.1 von der Börse ist nach Angaben von Vorstandschef Marco Giordani derzeit nicht geplant. „Soweit ich weiß“, sei dies aktuell nicht der Fall, sagte Giordani dem „Handelsblatt“. Zwar liege die Entscheidung für ein Delisting beim Mehrheitseigner Media for Europe (MFE), der bereits 75,61 Prozent der Anteile hält, doch konkrete Absichten seien ihm nicht bekannt.
Management übt Kontrolle aus
Den Eindruck, ProSiebenSat.1 werde seit der Mehrheitsübernahme durch das italienische Medienunternehmen der Berlusconi-Familie („MFE“) aus Rom gesteuert, weist Giordani entschieden zurück. Er betont, die Kontrolle über die Strategie liege vollständig beim ProSiebenSat.1-Management und man agiere in dieser Hinsicht „vollständig autonom“.
Journalismus bleibt unabhängig
Auch eine Einflussnahme auf die journalistische Arbeit seitens MFE schließt Giordani aus. „Es gibt keinerlei Vorgaben oder Einflussnahme auf die journalistische Arbeit von ProSiebenSat.1 durch MFE“, versicherte der Vorstandschef. Er selbst greife ebenfalls nicht ein. Die Entscheidungen würden allein von der Chefredaktion getroffen.
Fokus auf Kerngeschäft
Im Rahmen des Konzernumbaus kündigte Giordani weitere Beteiligungsverkäufe an. „Alle anderen Beteiligungen können potenziell verkauft werden“, sagte er. Dies werde schrittweise geschehen, auch angesichts des aktuell angespannten Marktes. Bereits verkauft wurden unter anderem „wetter.com“ und „billiger-mietwagen.de“. Die Online-Parfümerie Flaconi soll vorerst im Portfolio bleiben, da sie „sehr gut“ laufe und Wachstumspotenzial besitze.
ProSiebenSat.1 will sich laut Giordani stärker auf das Kerngeschäft Entertainment konzentrieren. Der Konzern sei bereit, „ein kleineres Unternehmen zu werden – aber mit einer höheren Profitabilität“. Ein weiteres Stellenabbauprogramm sei aktuell nicht geplant.



