Reform-Mangel laut Handwerk
Die Zeit drängt, doch ein klares Konzept zur Reformierung der Wirtschaft fehlt offenbar. So empfindet es zumindest Jörg Dittrich, Präsident des Deutschen Handwerks. In einem Interview mit den Zeitungen der Funke-Mediengruppe äußerte er seine Enttäuschung: „Davon ist in diesem Frühling der Reformen leider ebenso wenig zu sehen wie im vergangenen Herbst.“ Dittrich fordert ein „schlüssiges Gesamtkonzept“, das über reine Umverteilungsdebatten hinausgeht.
Export und Investitionen bleiben auf der Strecke
Die Fokussierung auf Umverteilung, so die klare Botschaft des Handwerkspräsidenten, fördere kein Wachstum. „Doch Umverteilung schafft kein Wirtschaftswachstum. Weder springt der Export an, noch wird mehr investiert, wenn beispielsweise der Spitzensteuersatz erhöht wird.“ Dittrich sieht darin eine verpasste Chance, die deutsche Wirtschaft wiederzubeleben.
Misstrauen gegenüber Unternehmertum
Ein weiteres Kernproblem identifiziert Dittrich in einem tief verwurzelten „übertriebenen Misstrauen gegenüber Unternehmertum und Eigenverantwortung in Deutschland“. Überbordende Dokumentationspflichten und die Last hoher Steuern und Abgaben würden vielen potenziellen Gründern den Anreiz nehmen, sich selbstständig zu machen und wirtschaftlich erfolgreich zu sein. Mehr Mut zur Eigeninitiative und weniger behördliche Hürden könnten hier Abhilfe schaffen.
Mehr Anreize, weniger Lasten
Konkret fordert Dittrich, dass jede steuerliche Veränderung darauf abzielen müsse, Investitionen anzukurbeln. Gleichzeitig müsse die Sozialversicherungslast für Betriebe und Beschäftigte spürbar gesenkt werden. Als positives Beispiel nannte er die „Agenda 2010“ unter Kanzler Gerhard Schröder, die erfolgreich zu einer Entlastung beigetragen habe. Dies zeige, dass solche Reformen möglich seien.




