Hersteller drohen mit Abzug

Pharma-Lobbyisten gegen Warkens GKV-Rettung

Tabletten (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Der Verband der forschenden Arzneimittelhersteller (VFA) sieht das geplante Beitragssatzstabilisierungsgesetz von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) kritisch. Der VFA wirft der Ministerin vor, mit dem Gesetz die Produktion wichtiger Medikamente in Deutschland zu gefährden und deutsche Unternehmen zu schwächen. Dies stehe im Widerspruch zu europäischen Bemühungen, die Versorgungssicherheit zu stärken.

VFA: „Produktion treibt man aus dem Land“

Der Verband der forschenden Arzneimittelhersteller (VFA) schlägt Alarm. Die Pläne von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) zur Stabilisierung der gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) hätten gravierende negative Folgen für den Pharmastandort Deutschland. VFA-Präsident Han Steutel kritisiert, dass das Vorhaben die Grundlagen für Investitionsentscheidungen beschädige. „Investitionsentscheidungen fallen nicht nach politischen Wunschzetteln, sondern nach Verlässlichkeit, Planbarkeit und wirtschaftlicher Tragfähigkeit“, sagte Steutel den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „Wer diese Grundlagen beschädigt, holt keine Produktion zurück – er treibt sie aus dem Land.“

Europäische Ziele vs. nationale Eingriffe

Der VFA sieht darin einen klaren Widerspruch zu den europäischen Bemühungen. Während Europa mit dem „Critical Medicines Act“ die industrielle Basis der Arzneimittelversorgung stärken wolle, schwäche Deutschland diese mit dem geplanten dynamischen Zwangsrabatt. „Das passt nicht zusammen“, so Steutel.

Das von Warken vorgelegte Gesetz zielt darauf ab, die stark steigenden Kosten der gesetzlichen Krankenversicherungen einzudämmen. Der VFA befürchtet jedoch, dass der Gesetzentwurf die nutzenbasierte Preisfindung für innovative Arzneimittel entwerten und das Verhandlungsprinzip teilweise aushebeln würde. „Dadurch verschlechtern sich die Bedingungen für den Marktzugang neuer Therapien deutlich. Im Kern wird die Verfügbarkeit von Arzneimittelinnovationen eingeschränkt und Investitionen in den Pharmastandort Deutschland ausgebremst“, warnte Steutel.

Mehr sichere Lieferketten

Die EU setzt mit dem „Critical Medicines Act“ auf eine verstärkte Produktion kritischer Arzneimittel innerhalb Europas, um die Abhängigkeit von außerhalb der EU-Herstellern und Lieferanten zu reduzieren. Dies sei ein „wichtiges Signal“, so Steutel. Er betonte jedoch, dass der neue Rahmen nicht zu zusätzlicher Bürokratie führen dürfe, sondern Investitionen in robuste Lieferketten und Produktionskapazitäten in Europa erleichtern müsse.

Obwohl es zuletzt im Januar zu Engpässen bei bestimmten Antibiotika gekommen war, betont die EU die Notwendigkeit strategischer Maßnahmen zur Sicherung der Versorgung. Die Diskussion über potenzielle Engpässe war auch im Zusammenhang mit der angespannten Lage im Iran und der Blockade der Straße von Hormus aufgekommen.

Quelle
  • (Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt) Redaktionelle Bearbeitung: insideBW-Redaktion.

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